Plattenkritik

Aidan - Le Grand Discours

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Release Date: 23.03.2012
Datum Review: 19.03.2012

Aidan - Le Grand Discours

 

Fast einen Song pro Jahr könnte man diesem Album attestieren. Ist es doch das Destillat von einer zehnjährigen Reise. Einmal quer durch Europa, Startpunkt Irland. Leute treffen, Adressen notieren, Landschaften in sich aufsagen, Mentalitäten beobachten, prinzipiell eine lange Interrailtour. Nur das Aidan sich nicht auf Schienen, sondern auf einem unmotorisierten Zweirad fortbewegte.

Die Bewegung - vor allem weg, irgendwo hin immer auf Achse – ist der Hauptbestandteil von Le Grand Discours. Wer jetzt, ob des Titels, denkt man hätte es mit einem weltmännischen Franzosen zu tun, irrt. Ein Ire ist es, der aber in der Tat auch einen Song mit französischem Text auf das Album geschmuggelt hat. Auch ansonsten atmet das Album häufiger die Luft unseres Nachbarlandes. Im Kern bleibt es aber doch ein Singer-/Songwriter Album erster Güte, das immer fest mit der großen Insel verbunden ist, was vielleicht an der Zusammenarbeit mit Conan O’Brien (Villagers) liegen mag. Aber auch Damien Rice hinterlässt einige Spuren. Dennoch finden sich beide nicht auf den Songs des Albums wieder, dafür Wallis Bird, deren Stimme immer wieder in wunderschönen Harmoniegesängen ihren Einsatz findet. Gerade bei „Rue De Charlotte“ dürfen sich hier die Härchen aufstellen.

Der Grund weshalb das vielfältige Album mit den unterschiedlichen elf Station von Brüssel, über Hamburg, Dublin und Galizien nicht in seine Einzelteile zerbröselt, liegt an den Songwriter-Qualitäten von Aidan. Seine Stimme schafft sogar auf dem Chanson „Rue De Charlotte“ Wiedererkennungswert, lässt Stimmverzerrung der Marke Air zu („Someday Tonight“) und bricht bei „Someone Elses Problem“ fast aus. Auf der anderen Seite integrieren sich Cello, Klarinette, Glockenspiel, Cajon, Flöten, Melodika und sogar ein paar Field-Recordings problemlos in das Album und verschaffen somit einige Farbtupfer.
Welten bewegende Songs die vieles überstrahlen sind Aidan leider dennoch nicht gelungen, aber dafür liegen seine elf Kurztrips in jeder Sekunde über dem Mittelmaß.

Tracklist:
1. Into The Future
2. Nunca Mais
3. For The Love Of The Lord
4. Someday Tonight
5. West Cork Song
6. Bells Of The Morning
7. Rue De Charlotte
8. Song For Rainer
9. Pill Song
10. Someone Elses Problem
11. That Night

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Kilian

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