Plattenkritik

Akela - Akela

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Release Date: 01.08.2014
Datum Review: 10.09.2014

 

“To tell you the awful truth, I think there is nothing left in me. I’m burnt out as fireworks. I am a pitch black cavity. My vision is blocked and my body is hurting. I’m trapped with the demons again...“

Mit diesen Worten aus dem Song “Perspective“ beschreiben AKELA ihren Sound selbst eigentlich sehr vorstellbar und eindrucksvoll. Vergessen wir doch zumindest einen Moment lang das mittlerweile zum Schimpfwort verkommene Stigmata des Post-Hardcore. Der Fünfer aus Lüdenscheid geht ungeschliffener, rauer und auch deutlich dissonanter zu Werke als die berühmt-berüchtigten Langweiler dieses Genres.

Zwar ist die offenkundige Zerbrechlichkeit der Vorgänger-EP „The Void“ auf dem zweiten Longplayer zugunsten einer nahezu unberechenbaren Wucht und mitreißenden Dynamik gewichen, doch betonen diese trefflich die Niedergeschlagenheit und die Verzweiflung in den Lyrics. Wer jetzt allerdings glaubt in den elf Songs des selbstbetitelten Outputs mit weinerlich sensiblen bis hin zu suizidal eingefärbten Pseudo-Emo-Hymnen konfrontiert zu werden, irrt gewaltig. Weder auf Hochglanz poliertes Leiden noch bis zur Parodie verkommener Weltschmerz; keine nervigen Keyboard-Untermalungen eines noch pubertierenden Mitzwanzigers mit Profilneurose, keine schon fast so Genre-üblichen Elektro-Spielereien.

Statt dessen bahnt sich ein kruder Soundbastard aus CONVERGE, BOTCH, ISIS, NEUROSIS und GAZA in einer guten halben Stunde seinen Weg mal wabernd, mal stampfend aus den Boxen und nistet sich zäh klebrig in die Gehörgänge, stets hofiert durch sphärische Gitarrenwände und garniert mit einem eben nicht alltäglichen Songwriting, wie es eben bei den Referenzen des AKELA'schen Sounduniversums schon fast selbstverständlich und verpflichtend ist.

“Don’t you miss stepping over boundaries to make mistakes? Don’t you remember life before it became so stale? Don’t you remember life before we played it safe? Don’t you? And now each day’s just grey in grey but we tell ourselves: »We can’t complain.«“ (“Risk MGMT“)

Doch, tun wir. Sicherlich! Und ja, leider, ist Mensch in erster Linie Gewohnheitstier! Und genau deshalb bleibt zu befürchten, dass AKELA mit ihrem neuen Output nicht die Beachtung bekommen, die sie eigentlich verdienen. Es wäre schade und doch allzu menschlich!

Tracklist:
1.Dry Mouth
2.Streets Ahead
3.Risk MGMT
4.~
5.Tarrare
6.Dark Horses
7.Moat People
8.Perspective
9.Sonder
10.The Better You Look The More You See
11.Hem

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Markus L.

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Wenn mich interessieren würde, was andere über mich denken, könnte man sicherlich mit mir über meine Einstellung und den ganzen Bla diskutieren. Tut es aber nicht, ergo kann man es sich auch ersparen. Beratungsresistent eben!

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