Plattenkritik

Akela - Orientation

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Release Date: 14.01.2011
Datum Review: 10.04.2011

Akela - Orientation

 

„Emotionaler (New School) Hardcore“ – pah, was für ein Name für eine Schublade! Aber na ja, müsste ich einer Band der letzten Zeit diesen Stempel verpassen (der ja eigentlich nur nett gemeint ist), dann wären das definitiv AKELA. Ob nun die schiefen, aber fühlbar aus den eigenen, ehrlichen Gefühlen des Sängers stammenden, und damit irgendwie charmanten Klargesangseinlagen, ob nun das ausgefallene Gitarrenspiel, oder generell der gesamte dramatische Aufbau der aktuellen Platte „Orientation“ - hier steckt was dahinter. Und man erinnert sich an Größen wie POISON THE WELL zu Zeiten von „The Opposite Of December“, welche sonst mit diesem Begriff, ähm, „belastet“ sind.

Doch bevor mich sämtliche Die-Hard-Fans jener Platte ob des kühnen Vergleichs in Stücke zerreißen: Hört euch erstmal dieses Album an. Über die Angemessenheit dieses Vergleichs kann danach gesprochen werden. So oder so: „Orientation“ hat am Ende des Tages immerhin seinen ganz eigenen Reiz. Ob das nun die nicht zwingend schleppenden, aber den Boden erbebenden, brodelnden, ausufernden und vor allem atmosphärischen Parts neben dem eher straighten Geballer, oder die kleinen, verspielten, aber doch sehr fokussierten Nuancen im Gitarrenspiel sind. Apropos fokussiert: „Orientation“ wird seinem Titel insofern gerecht, als dass das Album wie aus einem Guss wirkt, als dass die Musik trotz zahlreicher Einflüsse immer sehr strukturiert und nachvollziehbar bleibt. „Orientation“ wirkt wie eine einzige New-School-Hardcore Oper mit Post-Metal-Anleihen, welche aber gleichzeitig dennoch nicht an Spontanität, und damit Emotionalität vermissen lässt.

Zugegeben: Neu ist das nicht. Der Kontrast aus Ruhe und Lärm, das Ausufernde neben dem Straighten, genauso wie Dissonanzen neben Tremolopicking-Passagen – alles schon mal gehabt. Doch wie das schon dieser zugegeben fragwürdige Genrebegriff impliziert, liegt der Reiz des Albums in den eigenen, individuellen Emotionen der Musik. Denn: Es ist egal, ob du etwas sagst, was schon jemand vor dir gesagt hat. Wenn es deinen eigenen, wahren Emotionen entstammt, ist es doch jedes Mal etwas Neues. So pathetisch das auch klingen mag.

Tracklist:

1. Maps
2. I Miss Being A Tree
3. North: Hope
4. The Alarmist
5. South: Desperation
6. Uncharted Territories
7. East: Indifference
8. A Small Stage In A Cosmic Arena
9. West: Passion
10. A Song Yet To Be Written
11. The Architect
12. Mazes

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Olivier H.

Autoren Bio

"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed