Plattenkritik

Alcoholic Faith Mission - Let This Be The Last Night We Care

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 05.03.2010
Datum Review: 06.02.2010

Alcoholic Faith Mission - Let This Be The Last Night We Care

 

ALCOHOLIC FAITH MISSION verpacken die Welt in Watte: „Ohhh, ohhh, i get love from everyone but you“. Moment. Was singen die da? Was soll dieser heitere Anstrich, diese feierliche Stimmung? Ohne die Lyrics in ihrer Vollständigkeit gelesen zu haben (zu können), wirkt dieses groteske Stimmungsbild doch irgendwie faszinierend. Dazu: Multiinstrumentalisierung, von sanften Streichern über vorsichtig gespielte akustische Töne bis hin zu wärmenden Synthies, außerdem mehrstimmiger, teils weiblicher Gesang und ganz viel anderer Schnickschnack. Aber immerhin mit Schleifchen und ganz viel Glitzer.

Doch dieser Glitzer befindet sich nicht nur obendrauf, sondern auch innerhalb der Songs. Nummern wie „Honeydrip“ versprühen nämlich durch ihre Detailverliebtheit, durch ihre vielen kleinen Facetten gerade die Tiefe, nach der der so offenkundige Pathos und die so in den Arm nehmende Stimmung so sehr verlangen. In einem Moment hat das Album da plötzlich mal mehr etwas postrockiges, hier wiederum dann fast schon was folkiges – wenn man denn die leidigen Schubladen bemühen mag. Und schon findet sich das nächste Detail: Bläser? Was machen die denn hier? Ebenso bezaubernd wie der positive Flow und die stilistische Vielfallt des Albums wirkt dabei auch das Drumming, welches sich zwar eher dezent, dafür aber ungemein treffsicher und schmeichelnd einreiht.

„Let This Be The Last Night We Care“ – der Name ist Programm - ist ein Album, welches zum Träumen genauso einlädt wie zum Feiern der Tatsache, auf dieser Welt leben zu dürfen. Vom Standpunkt dieser Band – oder zumindest dem, was sie auf diesen Tonträger gebrannt hat – ließe sich plötzlich alles irgendwie in ein gutes Licht rücken. Und auch wenn hier durch Synthies gelegentlich etwas Atmosphäre aufschlägt, die eher zur Nacht als zur Blumenwiese passen würde, so ist die Stimmung nie negativ – und die Nacht nicht eine einsame, sondern eine belebte.

Alte Kommentare

von Fabian 06.02.2010 21:41

Gutes Teil 8/10 geht klar!

von Geschmaxpolizei 09.02.2010 15:47

Finde die Musik völlig belanglos. Auch wenn die Combo sich bestimmt für total "State of the Indie-Art" hält.

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Olivier H.

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"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed

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