Plattenkritik

All Guns Blazing - Revelations

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Release Date: 24.05.2010
Datum Review: 12.05.2010

All Guns Blazing - Revelations

 

Sich nach einem JUDAS PRIEST Song zu benennen und sich bei der Titelwahl des Debütalbums bei IRON MAIDEN zu bedienen, könnte ein Fall von dicke Hose oder brüllender Löwe sein. ALL GUNS BLAZING strotzen definitiv vor Selbstbewusstsein, denn wenn dem Promowisch geglaubt werden darf, existieren die Südbriten erst ein Jahr. Und danach hört sich ihr erstes Lebenszeichen "Revelations" nicht an. Die jungen Herren wissen mit Energie und spielerischer Leistung zu überzeugen, gehen jedoch auf weiten Strecken bei ihrem aggressiven Metalcore mit leicht progressiver Kante etwas unbeholfen vor. Das wird vor allem dann deutlich, wenn der Cleangesang einsetzt. Mal davon abgesehen, dass dieser nicht immer die Töne trifft (was aber wohlwollend auch als charmant bezeichnet werden könnte), wirkt er zuweilen deplatziert. Im Allgemeinen sind viele Facetten im Sound von ALL GUNS BLAZING zu finden, die für sich genommen einen Heidenspaß bereiten. Sie bauen Emo Streifen in ihre Songs (nicht schimpfen bitte, aber hin und wieder kann eine "After The Eulogy" Sympathie entdeckt werden), mauern mit Thrash Salven oder zimmern mit bösartigen Breakdowns oder Mosh 2-Steps. Auch der Mikrofonverschlucker hat sein Arbeitsgerät nicht bis ganz unten heruntergewürgt, sondern weiß mit einer interessanten halb vor tief Stimme, die auch mal nach oben ausbricht, zu überzeugen. Aber diese einzelnen Facetten ergeben auf "Revelations" noch kein schlüssiges Ganzes, sie ergänzen sich nicht und harmonisieren noch nicht vollends. Hier wird deutlich, dass sich die wilde Bande vielleicht erst einmal auf einer EP oder einem Demo hätte austoben sollen, bevor Rising Records (die zurzeit alles unter Vertrag nehmen, was nicht schnell genug in der Versenkung verschwunden ist) das Debüt raushaut. So bleibt festzustellen, dass ALL GUNS BLAZING ein ungestümes Album veröffentlicht haben, dass mit guten Ansätzen aufwarten, aber noch nicht gänzlich überzeugen kann. "Revelations" charakterisiert damit eine Band, die als zahnloser brüllender Löwe mit Potential im Nacken beobachtet werden muss.

Tracklist:
01. The Reaper
02. Cost Of Diligence
03. Vultures Among Men
04. Immersion
05. Tear It Down
06. Never Forgotten
07. Distorted Eminence
08. Hell’s Kitchen
09. As The Priest Rips Out His Eyes
10. Puzzle
11. Dirty Work

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Clement

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Ich fühle mich zu alt

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