Plattenkritik

All Shall Perish - This Is Where It Ends

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Release Date: 29.06.2011
Datum Review: 24.06.2011

All Shall Perish - This Is Where It Ends

 

Es ist nicht allzu lange her, da wirkten ALL SHALL PERISH wie eine Band, die für mehr als nur den Deathcore-Hype da ist; sie wirkten wie eine Band, die Zukunft hat. Sie schrieben mit „The Price Of Existence“ mal eben wohl das rundeste und neben JFACs „Doom“ vielleicht auch prägendste Genrewerk ab, bewiesen mit „Awaken The Dreamers“ aber auch , dass sie genauso gut wie brachiale auch progressive, mit Tiefgang versehene Songs schreiben können, für die das Deathcore-Korsett zu eng ist. Sie zeigten sich als Band als eine perfekt eingespielte und zusammenpassende Einheit, fast schon vergleichbar mit der CONVERGEs. Mit Chris Storey hatten sie einen Mann, der unter all den gleichförmigen modernen technischen Gitarristen auch endlich mal einen eigenen Stil mitbrachte und das Potenzial hatte, zu einer der Gitarrengötter zu avancieren, über die man Dekaden später noch schwärmend spricht. Mit Mike Tiner haben sie den stereotypischen Klassenclown in der Band, dessen Charisma live quasi das Pendant zu einem gewissen Adam Dutkiewicz, gleichzeitig aber auch als Bassist nicht zu unterschätzen ist. Und auch der Rest der Band passte einfach – als Menschen wie als Musiker.

Schade, wenn man so viel in der Vergangenheitsform schreiben muss! Dass sich Chris Storey und Schönling Matt Kuykendall (Drums) verabschiedet haben dürfte schon länger bekannt sein und erwies sich auch oder gerade Live als ziemlicher Einschnitt. Da spürte man zwar immer noch den alten Charme der Band, aber eben nur noch Sechzig-, und nicht Hundertprozent. Ob das auch auf das aufgrund dieses Einschnitts heiß erwartete neuen Album zutrifft? Der Albumtitel „This Is Where It Ends“ lässt jedenfalls zunächst nichts Gutes erhoffen.

Vielleicht sogar noch spannender als die Frage, was die verbliebenen und neuen Mitglieder musikalisch aus der Situation so machen ist dabei wohl auch die Frage, wie es überhaupt stilistisch weitergeht. Mehr Weiterentwicklung wie noch zuvor auf „Awaken The Dreamers“? Das wäre vielleicht etwas gewagt bei einem Lineup, das noch dabei ist sich aufzuwärmen. Also: Schritt zurück – zurück zu „The Price Of Existence“! Natürlich ist auch das nur die halbe Wahrheit, gibt es doch auf „This Is Where It Ends“ auch neues, beispielsweise die mittlerweile allseits beliebten 8-Saiter-Gitarren (die glücklicherweise ähnlich wie bei WAR FROM A HARLOTS MOUTH nur gezielt, und nicht inflationär eingesetzt werden). Fakt ist aber: ALL SHALL PERISH sind wieder deutlich straighter geworden, verzichten (bis aufs Ende) gänzlich auf Clean-Gesang, wirken in Stücken wie „Royalty Into Exile“ teilweise als würden sie sich selbst zitieren (bezeichnenderweise ist das übrigens der vielleicht beste Song der Platte) und liefern mit „In This Life Of Pain“ einen epischen Rausschmeißer, der kaum mehr an das damalige „The Last Relapse“ erinnern könnte. Wollen ALL SHALL PERISH auf Nummer sicher gehen? Oh ja, das wollen sie!

Aber es soll ihnen verziehen sein, käme doch tatsächlich jegliche Weiterentwicklung in einer derartig unsicheren Lage praktisch bandtechnischen Selbstmord gleich. ALL SHALL PERISH besinnen sich also wieder auf alte Stärken – und sie stellen sich dabei alles andere als dumm an. Sie kommen zwar nicht an die songwriterische Präzision ihres Magnum Opus aus dem Jahre 2006 heran, und liefern immer mal Momente, die doch recht eindeutig klar machen dass das eben doch keine Hundertprozent sind. Genauso fehlt vielen Riffs und Soli einfach diese markante Note, für die einst Chris Storey zuständig war. Festhalten muss man bei all dem aber, dass ALL SHALL PERISH - gemessen an den Umständen - ein verdammt in Ordnung gehendes Album auf die Beine gestellt haben. Ob die Band damit immer noch wegweisend und zukunftsbestimmend ist? Das muss sich über die Jahre zeigen, denn hier muss eine Band erstmal wieder eine Einheit werden und wieder zu Kräften kommen. Abschreiben sollte man ALL SHALL PERISH also erstmal nicht. Doch mit dem „The next big thing“ sollte man wieder mindestens genauso vorsichtig sein.

Tracklist:

01. Divine Illusion
02. There Is Nothing Left
03. Procession Of Ashes
04. A Pure Evil
05. Embrace The Curse
06. Spineless
07. The Past Will Haunt Us Both
08. Royalty Into Exile
09. My Retaliation
10. Rebirth
11. The Death Plague
12. In This Life Of Pain

Alte Kommentare

von wisser 25.06.2011 00:02

1 zu 1 austauschbar mit dem suicide silence review ... deathcore scheisse hoch 10

von ach 25.06.2011 15:33

halt die backen

von pillow_talk 20.07.2011 19:21

Das beste All Shall Perish Album, dass es jemals gab. Auf diesem ALbum wird einfach alles niedergenüppelt. Hat aber nebenbei noch unglaubliche Solis und Melodien. Für mich das beste Deathcore?Deathmetal Album, dass ich je gehört habe.

von fail 20.07.2011 19:52

deathcore scheiße hoch 12

von kuhglocke 06.09.2011 12:12

konnte den hype um die awaken the dreamers nie nachvollziehen. die platte hier gefällt mir um einiges besser! wobei klischee-deathcore meiner meinung nach auch anders klingt als das hier...

von pillow_talk 09.09.2011 17:26

All Shall Perish sind schon lange kein purer Deathcore mehr. Sie gehen eher wie JFAC mehr in Richtung Deathmetal.

Autor

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Olivier H.

Autoren Bio

"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed

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