Plattenkritik

All That Remains - A War You Cannot Win

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Release Date: 09.11.2012
Datum Review: 20.11.2012

All That Remains - A War You Cannot Win

 

Metalcore ist tot. Zumindest wenn es nach der Meinung zahlreicher Stammtisch-Proleten in der Eckkneipe um den Block geht. Schon seit Jahren. Lassen wir die Sinnlosigkeit dieser Aussage mal beseite, denn auf eine Band trifft diese Standardphase doch zu. ALL THAT REMAINS, inzwischen mehr ein abgenutztes und kantiges Relikt vergangener Jahre, kentern auf ihrem sechsten Studioalbum endgültig und katapultieren sich ins Vergessen.

Nun kann man nicht sagen, dass diese Entwicklung nicht vorhersehbar war. Ihren Höhepunkt hatten ALL THAT REMAINS gleich mit ihrem Durchbruch und mit "The Fall Of Ideals" erreicht. Danach geriet das wankende Schiff zunehmend ins Trudeln, der Gegenwind schien einfach zu stark. In dem Sinne hat der Albumtitel "A War You Cannot Win" auch eine traurige metaphorische Bedeutung.

Denn die Band um Phil Labonte wird den Krieg gegen sich selbst und die Konkurrenz nicht gewinnen. Am Tiefpunkt angekommen, entsteht dann so ein Album wie dieses. Selten hat man ein so abgenutztes, kalkuliertes und gleichzeitig verwirrendes Album gehört. Der Band gelingt wenig bis nichts, egal in welche Ecke sie gerade mühevoll schielt. Trotz (nochmals) erhöhter Fokussierung auf Cleanvocals, erreicht man nicht annähernd die Hitqualtitäten die Songs "This Calling" und "Not Alone" mit sich brachten. Man dümpelt stattdessen in einem völlig egalen und seltsam uneingängigen Bereich herum. Auch die schnelleren und (gewollt) härteren Passagen wirken erschreckend druck- und inspirationslos.

Selbst einstige Herausstellungsmerkmale der Band verblassen nahezu komplett. Ein Phil Labonte, früher beeindruckend in seiner Technik, wirkt heute wie einer unter tausenden. Die Instrumentalfraktion stümpert ein austauschbares Riff nach dem nächsten aus dem Ärmel. Und warum das "Intro" der Platte in deren Mitte seinen Platz findet, weiß wohl keiner so genau.

Dass wir uns nicht falsch verstehen: "A War You Cannot Win" ist kein völlig miserables Album. Allerdings krönen ALL THAT REMAINS ihre Abwärtsspirale mit einem neuen Tiefpunkt, der aufzeigt das monotones Mittelmaß schlimmer sein kann als unterhaltsamer Sondermüll. Das Album ist außerdem ein Beweis für die Schnelllebigkeit einer Szene, in der ALL THAT REMAINS vor kurzer Zeit noch das ganz große Ding waren und jetzt ein Schattendasein in ihrer eigenen Belanglosigkeit fristen.

Tracklist:

1. Down Through The Ashes
2. You Can't Fill My Shadow
3. Stand Up
4. A Call To All Non-Believers
5. Asking Too Much
6. Intro
7. Just Moments In Time
8. What If I Was Nothing
9. Sing For Liberty
10. Not Fading
11. Calculating Loneliness
12. A War You Cannot Win

Alte Kommentare

von theDude 22.11.2012 14:51

leider war! die sollten lieber noch einmal This Darkened Heart mit nem ordentlichen Drummer einspielen und sich dann auflösen!

von Tobe 22.11.2012 18:05

äh, wann waren die das ganz große ding ?

von ModernRocker 24.11.2012 12:40

Warum Mainstream Rock Bands immer in den Dreck gezogen werden ist mir schleierhaft. Tolles Modernes Rock Album,gut Produziert,schöne Ballade oben. Sicher hat sich All That Remains in eine andere Richtung entwickelt,aber die Zahl der Verkäufe und der Fans dürften auch Kritikern nicht übersehen oder ignoriert werden. Adam Dutkiewicz hat der Band einen Alternativen Rock Touch gegeben der auf den Vorgänger Alben nicht (immer) der Fall war. Wer an Overvome und We Are Many gefallen gefunden hatte wird auch von diesem Album begeistert sein. 8 von 10 Punkten. Uns ja,ATR sind noch immer nein großes Ding und werden es wohl noch länger bleiben.

von Tobe 24.11.2012 14:16

nope.

von fail 24.11.2012 19:27

"aber die Zahl der Verkäufe und der Fans dürften auch [von] Kritikern nicht übersehen oder ignoriert werden" seit wann isn das n argument? pop- und techno-scheiß verkauft sich auch wie blöde und wird deshalb auch nich besser. is eben das was die dumme masse kauft/gut findet.

von ModernRocker 25.11.2012 11:51

Man kann von einer Musikrichtung nicht ausgehen ob wer dumm ist,das ist ja unteres Schubladendenken. Es geht ja nur um Musik,und die soll einen gefallen oder nicht. Hier geht es ja um ALTR,das dies eine Mainstream Band ist ,ist ja nicht erst seit A War You Cannot Win der Fall. The Fall of Ideals war ja schon der durchbruch.

von Mulder 25.11.2012 12:16

@Modern Rocker "Warum Mainstream Rock Bands immer in den Dreck gezogen werden ist mir schleierhaft." Frag mich gerade, was die Behauptung soll? Die letzte STONE SOUR ist hier doch gut weg gekommen. Und die sind mehr Mainstream als ATR mehr sein werden. Vielleicht liegt das ja auch an der etwas zwiespältigen Art, die ATR an den Tag legen. Mit ihrem Patriotismus und ihrem "Pro" zur amerikanischen Waffenkultur kann eben nicht jeder was anfangen! Und, dass ne Band, die aus dem Metalcore kommt, sich jetzt als Schmuse-Ami-Rocker verkaufen, ist auch nicht jedermanns Sache.

von norman 25.11.2012 19:38

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Enrico

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Je ne sais pas. Ein Hoch auf meine Standardantwort im Französischunterricht in der Schule.

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