Plattenkritik

All Time Low - Dirty Work

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Release Date: 07.06.2011
Datum Review: 28.06.2011

All Time Low - Dirty Work

 

Papier, Bügeleisen, Baltimore. Im Hause ALL TIME LOW mag man es glatt und glanzvoll. Neuerdings sogar noch etwas glatter und umso glanzvoller. „Dirty Work“ hat demnach soviel mit Dreck zu tun, wie der Hochsommer mit Weihnachtsdeko.

Der fünfte Streich der Vorzeigepopper (oder doch noch Pop-Punker?) aus Maryland hält alles, was es für den Charterfolg (nicht nur in den USA) braucht, fest umklammert: Einen glasklaren und durchdringenden Ohrwurm zu früher Stunde („Do You Want Me (Dead)?“), die erste Single mit diätelektronischen Standardproportionen nur dicht dahinter platziert („I Feel Like Dancin´“). Die gestriegelten Jungs um Alex Gaskarth werfen mit „Ooh´s“ und „Aaaah´s“ gekonnt um sich, jedoch wirken Beiträge wie „Just The Way I´m Not“ oder „Forget About It“ einfach zu retortenproduziert. ALL TIME LOW strecken die lupenreinen Hooks eher mit Keyboardsounds als mit seichtem Distortion nieder, von Strophe bis Outtro wirkt das bei über einem Dutzend Tracks einfach irgendwann zu gut gemeint und erinnert an qualitativen Output der Marke Revolverheld. Der nette, wenn auch nur hintergründige Vocal-Besuch von THE SOUNDS-Frontfrau Maja („Guts“) hätte gerne ausgeweitet werden dürfen, so hätten „Ausfälle“ dieser Art die vorhersehbare und eingeschränkte Lebensader von „Dirty Work“ mit ausreichend Blut versorgen können, um nicht so flach und bubihaft zu klingen. „That Girl“ oder „No Idea“ stolpern teilweise über ihren fehlenden Ideenreichtum, Glanz- oder Überraschungsmomente birgt der Nachfolger zu „Nothing Personal“ praktisch gar nicht.

Die ogligatorische Akustik-„Bonus“-Nummer neben der sämigen Ballade („A Daydream Away“) – es darf abgehakt werden. Wo früher noch Feuer und Angesicht von NEW FOUND GLORY und Konsorten abgeguckt wurde, reihen sich Jack, Zack, Alex und Rian nun in die unüberschaubare Zirkuswelt der US-Hitlistenbands ein, um mit ordentlich „Dirty Work“ sicher mehr als ausreichend „Dirty Money“ zu machen. Vergönnt sei ihnen das keinesfalls, aber es darf neben Schampuspartys und Kuscheltierblicken auch ein im Ansatz guter Sound sein, meine Herren.

Tracklist:
1. Do You Want Me (Dead?)
2. I Feel Like Dancin’
3. Forget About It
4. Guts
5. Time-Bomb
6. Just The Way I’m Not
7. Under A Paper Moon
8. Return The Favor
9. No Idea
10. A Daydream Away
11. That Girl
12. Heroes
13. Get Down On Your Knees And Tell Me You Love Me
14. My Only One
15. Merry Christmas, Kiss My Ass
16. Time-Bomb (Acoustic)

Alte Kommentare

von Cock (Goldmember) 28.06.2011 22:00

es is einfach unmöglich welchen müll so ne bands produziern ^^ mal davon abgesehn.. wenn ihr jetz erst n album reviewed was schon fast n viertel jahr alt is wann gibts hier denn dann endlich ma die neue vanna?!

von ööh 29.06.2011 06:39

6 Punkte sind mind. 4 zu gut...

von reef 29.06.2011 09:57

es ist doch aktuell erst deutschlandrelease. leider macht interscope das noch viel zu häufig und hat keine zeitgleichen veröffentlichungen..

von iich 29.06.2011 10:52

scheiss auf vanna schwulis

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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