Plattenkritik

American Hi-Fi - Blood & Lemonade

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Release Date: 09.09.2014
Datum Review: 09.09.2014

American Hi-Fi - Blood & Lemonade

 

Stacy Jones konzentriert sich nicht gerne auf Nebensaechlichkeiten. Wirklich konzentriert arbeitet der Musiker lieber am "Nachgeschmack der Woche" und stellt nach vier bis neun eher lahmen Jahren seine neue alte Definition von Sommerrock vor. Diese klingt so, wie sich der Tag auf dem Cover anfuehlen muss.

"Fight The Frequency" hies es, als AMERICAN HI-FI aus Boston zuletzt in die spaeten 90er zurueckschwammen. An Sonne, Attituede und Sound ist nicht viel auf der Strecke geblieben, wie "Armageddon Days" schnell klarstellt. Blut und Brause - ein suesssaurer Mix als Opfergaben etwa? Nicht wirklich. Die zehn Songs verweilen groesstenteils unangreifbar und bewahren die Ruhe. Die Gitarren bauen weiter auf eindeutige und schlichte aber funktionelle Riffs, dazu gleitet Jones' klare Stimme auf derselben Welle wie etwa SUGARCULT oder die FOO FIGHTERS an einem viel zu fruehen Sonntagmorgen. "Coma" bietet schweren, melodischen Alternativrock, "Golden State" schliesst den markanten Hookline-Kreis, der AMERICAN HI-FI ab 2001 auch zu (kurzfristigem) Airplay-Erfolg verholfen hatte.
"Blood & Lemonade" ist nicht bloss Beweis dafuer, dass Jones seiner Affinitaet fuer musikalisches Schaffen keine Pause goennen wollte. Wenn seine Hauptband ruht, schraubt der vielbeschaeftigte Herr zusammen mit MILEY CYRUS an Arrangements oder tourt als Drummer fuer MATCHBOX TWENTY. Auf "Carry The Sorrow" oder die Vorabsingle "Allison" scheint das keinen Einfluss zu haben. Das Songwriting auf dem fuenften Album ist weiterhin dynamisch und rundum blickdicht, praktisch keinen Ausfallschritt wagen AMERICAN HI-FI in der ihren Welt des "kalifornisch" klingenden Powerpop/-Rock. So wird "Blood & Lemonade" zwar zu einem eher logischen Produkt als einem wirklich aufregenden - wagt auf der Leiter der bandeigenen Standards allerdings auch nicht einen Schritt zurueck. "Portland" haette sich auf dem einschlagenden Debut pudelwohl gefuehlt, "No Ordinary Life" knuepft mit dem fraglichen Zwang zur "Muss-Sein-Ballade" sogar dreist daran an. "Irgendwie hat es wieder gejuckt" meint Jones, der stets singt, als wuerde er in Gedanken bereits in seinem Bademantel schmoekern. Hoert man, und nickt entspannt: Denn an Sound, Attituede und Sonne hat sich - wie gesagt - nicht viel veraendert.

Trackliste:

01 – Armageddon Days
02 – Golden State
03 – Coma
04 – Wake Up
05 – Allison
06 – Amnesia
07 – Killing Time
08 – Carry the Sorrow
09 – Portland
10 – No Ordinary Life

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.