Plattenkritik

Amos - Imperator Of Pop

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Release Date: 01.06.2007
Datum Review: 24.09.2007

Amos - Imperator Of Pop

 

Mach mir den Travolta oder Fremdschämen 2.0.: AMOS ernennt sich zum „Imperator Of Pop“ und hybrisiert vor sich hin, wie sonst nur einst Louis XIV. oder Dr.No.
„If Micheal Jackson ist the king of pop / i’m the imperator“, Selbstbewusstsein hat die persische Disco-Hüpfdole, aber das war’s dann auch mit den Tugenden auf dem Debüt.

Der absolutistische Soundmix, der die Massen auf die Tanzflächen dieser Welt bannen soll, ist nämlich weder besonders spannend, noch wirklich gut und frisch schon gar nicht. AMOS pickt sich die Zutaten von Vorbildern, die man selbst mit größter ironischer Distanz nicht länger als 2:11 Min. aushalten kann, bevor man ansetzt das DJ Pult zu entern. Oder die Bar. Oder den nächsten Ohropax-Dealer.
Die Beats von WHAM! und die Synthies von HUMAN LEAGUE und dazu der klägliche Versuch MICHEAL JACKSONS Stimmgewalt zu imitieren, ergeben ein trauriges und vor allem peinliches Statement zum Wunsch die 70er wieder aufleben zu lassen.
Umsonst, das Studio 54 hat längst seine Pforten geschlossen und Travolta wirbelt nur noch im erschreckenden Frauenkostüm über die Leinwand. Aber was wäre nicht alles möglich gewesen mit Funk und Soul? Einen neuen PRINCE braucht die Welt, um das zuletzt etwas schwächelnde Original zu unterstützen. Wo bleibt SLY & THE FAMILY STONE? Und der (zurecht auf seinem wackligen Thron sitzende) King Of Pop himself? Der macht auch nur noch Schlagzeilen, als insolventes Relikt der 80er/90er. Der Glitzer und Ruhm von Disco sowohl als Musikrichtung, als auch als Lebensgefühl ist längst vorbei, und AMOS dafür der beste Beweis. „MTV is killing me“, heißt es. Ja wenn’s doch nur so wäre.

Tracklist:

1. Rock
2. Funky
3. All Over Again
4. Let’s Do It Tonite
5. Bla Bla
6. Imperator Of Pop
7. Party People
8. MTV Is Killing Me
9. Tonite I Feel Like Dancing
10. Havey
11. Standstill
12. As Long As

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Dennis

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