Plattenkritik

Anchor - Recovery

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Release Date: 17.06.2011
Datum Review: 15.04.2011

Anchor - Recovery

 

Glücklicherweise hat Schweden mehr zu bieten als hochnäsige Indie-Nerds, Modetrends im Überfluß und Elche auf der Landstraße. Gebe es eine offizielle „most anticipated Hardcore LP´s“-Liste 2011 – „Recovery“ wäre sicher in den oberen Rängen aufzufinden.

Nach der „Relations Of Violence“ 7“ von 2009 verwöhnen die fünf Toursüchtigen das anspruchsvoll angepisste Ohr endlich erneut in Albumlänge. Was „Testament“ verhältnismäßig melodisch zögerlich und eher geradlinig-rockend einleitet, wird mit „Hemingway“ direkt wieder klargestellt: ANCHOR haben nichts von ihrem Druck, ihrer Message oder ihren Idealen abgelegt, sie bringen nach wie vor die Bude zum einstürzen. „Awakening“ packt die grobe, metallene Abrissbirne aus, die sich in feinster TERROR-Manier darauf freut, sämtliche Choruszeilen moshend zu zerlegen. „Echoes“ trägt die wütende und dennoch schleppende Tragik in sich, die VERSE so besonders gemacht hat. „Lake Elsinore“ oder „Recovering“ lassen keinen Platz für Überfluß oder Belanglosigkeit. ANCHOR ballen die Faust, ohne sich zu verkrampft rücklinks in einem Klischeesumpf wieder zu finden.

„No Love“ spannt mit seinen viereinhalb Minuten Spielzeit einen aufregenden und mehr als glimpflichen Spannungsbogen, der hingegen aller Monotoniebeschwerden von internen Besserwissern aufzeigt, was Hardcore in Zeiten von DEFEATER musikalisch (nicht nur inhaltlich!) bieten kann. Diese Schweden schaffen es, immerhin einen Schritt Abstand zu nehmen von der engstirnigen Stagnation, die das Genre öfter und öfter erfährt. ANCHOR erklären emotionsgedrungen unsere „Sleeping World“, zweifeln stark in „Awakening“ und empfehlen auf ihrem Backcover den veganen Lebensweg (...).
Gepaart mit dem ehrlichen Schweiß, den man gar durch die Boxen vernehmen will, wenn „Recovery“ nach 33 Minuten ausfadet, verbleibt eine frische Prise herzlicher und roh-intensiver Arschtritte, die die Hände schwitzig auf die nächste Europatour von Claes und seinen Mannen werden lässt.

Tracklisting:


1. Testament
2. Hemingway
3. Awakening
4. Echoes
5. Recovering
6. In Sickness and in Health
7. The Insight
8. Lake Elsinore
9. No Love
10. Sleeping World
11. Skies of Confinement

Alte Kommentare

von monkey 15.04.2011 19:00

merkwürdiges review! sau gute band!

von SK 16.04.2011 20:55

Unglaublich gute Band, mit einem Top Album in der Tasche! Sollte in Konsequenz ein klarer CD Tip sein. Der Versuch dieses Track by Track Reviews ist aber in Gänze in die Hose gegangen. Es bedarf hier einer Neufassung, die dem Album gerecht wird.

von loki (user) 18.04.2011 11:26

ich steh auf die band!!

von Marek 18.04.2011 12:49

Anchor sind am 25.06.2011 im Cafe Lorenz Münster mit Cornerd, Outrage, Stand Fast usw.

von Tophi 19.04.2011 18:24

Mag nicht klugscheißen, aber das Konzert in Münster in einen Tag später am 26.6. ;) Und die Band ist wirklich verdammt gut!!Freue mich auf die Platte!!

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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