Plattenkritik

Anchors & Hearts - Based On True Stories

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Release Date: 24.05.2013
Datum Review: 24.05.2013

Anchors & Hearts - Based On True Stories

 

Oerel; Was so klingt wie ein Geräusch, was unsereiner macht, wenn wir nach einer durchzechten Nacht mit klebrigen Haaren und verschwitztem Nacken über der Kloschüssel hängen, ist die Heimat einer jungen Band namens ANCHORS & HEARTS.

Halt, „jung“ sind die ja gar nicht mehr. Während ich das Promomaterial sichte, entdecke ich die eine oder andere Falte im Gesicht, Geheimratsecken und etliche Hinweise darauf, dass die Herren doch schon ein paar Haare am Sack haben sollten.
Doch nicht nur Lebenserfahrung, sondern auch eine musikalische Vorgeschichte können Manuel Wintjen, Timo Buck, Sebastian Gohl, Tim Triebensee und Torben Tost vorweisen: ANCHORS & HEARTS bildet sich aus ehemaligen Mitgliedern von A CHINESE RESTAURANT, THE DOWNFALL ENDS und TINY-Y-SON.

Klingt nach guten Voraussetzungen für eine Band, die erfolgreich sein will. Und wie klingen ANCHORS & HEARTS? Die Antwort ist simpel: Melodic Hardcore. Das ist es, was ihr Debüt-Album „Based On True Stories“ (für mich) absolut beschreibt. Im Zuge der zunehmenden Popularität dieser Musikrichtung sichert sich die Band damit bestimmt schonmal den einen oder anderen Interessenten, aber steckt auch was dahinter?

… Jein. Klar, die Musik geht gut rein, Thematiken wie Widerstand gegen das System („This Is A Riot!“) und der allzu gehypte Szene-Chichi („Scene. Style. Fuck.“) sind wichtig und müssen angesprochen werden und dennoch bleibt ein fader Beigeschmack. Zum einen liegt das an der mauen Produktion des Albums und den damit verbundenen streckenweise sehr dünnen Vocals. Zum anderen suche ich auch nach dem dritten und vierten Durchlauf von „Based On True Stories“ nach wahren Höhepunkten, Songs, die ich mir live so richtig geil vorstelle, die mich mitreißen und im Pit völlig fertig machen. Fehlanzeige.

Ich bin mir dessen bewusst, dass ich hier auf Widerstand stoßen werde, aber so richtig „klick“ gemacht hat es zwischen ANCHORS & HEARTS und mir eben nicht.

Alles in allem hätte ich mir gewünscht, dass ANCHORS & HEARTS sich ein bisschen mehr Zeit als 1 Jahr nach Veröffentlichung ihrer EP „Cast Off“ für den Release ihres Debüt-Albums gelassen hätten. Ich bin sicher, dass es dann nicht nur das Prädikat „solide“, sondern auch „mehr davon“ verdient hätte. So bleibt mir nur zu hoffen, dass ANCHORS & HEARTS beim nächsten Album mehr Wert auf die Produktion legen und in Sachen musikalischem Einfallsreichtum noch einen draufsetzen.

Trackliste:
1. The Lake Of Tolerance Mountain
2. This Is A Riot!
3. Pieces
4. Scene. Style. Fuck.
5. This World We Keep Alive
6. Stay Awake (The Walking Dead)
7. Extraterrestrial Warfare
8. Landscapes
9. Lifetimes
10. Erase Rewind

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Anna-Verena

Autoren Bio

Anna // 29 // Musik, Musik, Musik // Bücher, Sneakers, Videospiele, Fußball // FUCK HOMOPHOBIA.

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