Plattenkritik

Andi Deris & Bad Bankers - Million Dollar Haircuts On Ten Cent Heads

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Release Date: 22.11.2020
Datum Review: 20.11.2013

Andi Deris & Bad Bankers - Million Dollar Haircuts On Ten Cent Heads

 

"Million Dollar Haircuts On Ten Cent Heads", der Bandzusatz „Bad Bankers“ und das Albumcover mit dem brennenden Geldschein zeigen schon, ohne die Musik überhaupt gehört zu haben, mit was sich ANDI DERIS auf seinem zweiten Soloalbum textlich auseinandersetzen wird. Das man dabei natürlich keine wissenschaftliche Abhandlung über die internationalen Finanzkrise erwarten darf, sollte klar sein. Viel mehr versteht sich der HELLOWEEN-Sänger darin, seinem Ärger gegenüber diesem (scheinbar) offensichtlich fehlgeleiteten System freie Luft zu machen. Dabei bewegt sich DERIS klanglich weg vom Grundsound seiner Hauptband, hin zu einer eher „modernen“ Produktion. Dieser ist zwar grundsätzlich in Ordnung, wirkt jedoch an manchen Stellen etwas stumpf. Gerade das Schlagzeug lässt Wucht und Tiefe vermissen – Klingt eben zu modern und künstlich.
Musikalisch bewegen sich ANDI DERIS und seine Mitstreiter weiterhin grob im Umfeld von HELLOWEEN, sprich melodischem Power Metal. Am deutlichsten kommt dies wohl in „Who Am I“ und „The Last Days Of Rain“ zum Vorschein. „This Could Go On Forever“ ist der wohl stärkste Track der Scheibe und überzeugt mit ausladendem Refrain und toller Melodieführung. Lieder wie das eher unspektakuläre „Will It Ever Change“ oder das punkige „Don ́t Listen to the Radio (Twotw 1938)“ können da qualitativ nicht ganz mithalten. Gerade letzterer ist zwar ziemlich eingängig, nutzt sich dann aber auch schnell ab.
Insgesamt ist ANDI DERIS & BAD BANKERS mit "Million Dollar Haircuts On Ten Cent Heads" ein ordentliches Album gelungen, das wohl am ehesten HELLOWEEN-Fans gefallen wird. ANDI DERIS hat sein Handwerk natürlich nicht über Nacht verlernt und bietet über die volle Länge eine einwandfreie Gesangsleistung. Schwächen im Soundbild und im Songwriting verhindert die uneingeschränkte Kaufempfehlung jedoch.

1. Cock
2. Will We Ever Change
3. Banker's Delight (Dead Or Alive)
4. Blind
4. Don't Listen To The Radio (Twotw 1938)
5. Who Am I
6. Must Be Dreaming
7. The Last Days Of Rain
8. EnAmoria
9. This Could Go On Forever
10. I Sing Myself Away

Alte Kommentare

von Michael Weikath 20.11.2013 12:13

"Dabei bewegt sich DERIS klanglich weg vom Grundsound seiner Hauptband" ... "Musikalisch bewegen sich ANDI DERIS und seine Mitstreiter weiterhin grob im Umfeld von HELLOWEEN, sprich melodischem Power Metal" Is klar.....

von Mastei 20.11.2013 18:03

"klanglich" und "musikalisch" sind zwei verschiedene Paar Schuhe - Was auch klar ist, wenn man nicht nur halbe Sätze liest. Wenn man das erste (Halb-)Zitat vervollständigt kommt noch "...hin zu einer eher „modernen“ Produktion."

von Michael Kiske 24.11.2013 10:51

Was für ein selten bescheuerter Plattentitel...

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Manuel

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Ich schreibe Artikel. Manchmal schlecht, manchmal gut, immer über seltsame Musik.

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