Plattenkritik

Antemasque - Antemasque

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Release Date: 21.11.2014
Datum Review: 29.12.2014

Antemasque - Antemasque

 

Wer heute noch AT THE DRIVE-IN mindestens eine Träne nach weint und bei spätestens der zweiten THE MARS VOLTA-Langrille mit offenem Mund dar stand, weil er den musikalischen Wald vor lauter Noten nicht mehr sah und sich in deren Prog-Dickicht orientierungslos verlief, dem sei nun rockiger Trost in Form einer neuen Kapelle versichert. Denn natürlich können die beiden Hauptakteure Omar Rodriguez-Lopez und Cedric Bixler-Zavala das Musizieren nicht unterlassen.

Und an dieser Stelle sei einer obersten Instanz da oben für dieses Output gedankt: denn diese Musik, die unter dem Banner ANTEMASQUE auf uns losgelassen, weiß schon von der ersten Note an zu begeistern. Lebendiger, mitreißender Seventies Rock, verfeinert mit ordentlich punkigem Charakter. Verpackt in einen angenehm warmen und organischen Sound, der den Mut und die Sehnsucht dieser Band nach dem Unbefangenen und Unperfekten mehr als deutlich aufweist.

Die Drums rumpeln und poltern dass man und frau die Spielfreude des Herrn Elitch ( Ex-THE MARS VOLTA; KILLER BE KILLED) nicht bloß erahnen sondern auch greifen kann. Über Omar's Gitarrenspiel großartig umschreibende Worte zu verlieren, gliche schon fast einer pöbelnden Anmaßung. Gleiches gilt für den Bass, der auf dieser Langrille von Flea ( RED HOT CHILI PEPPERS) eingespielt wurde.

Als Krönung verleiht ein Cedric in Bestform dem ANTEMASQUE'schen Sound sein ganz eigenes I-Tüpfelchen, wobei die Bezeichnung Tüpfelchen nahezu eine Untertreibung ist. Ob gefühlvoll zerbrechlich akzentuiert wie bei der Ballade „Drown All Your Witches“ oder straight nach vorne preschend und sich fast überschlagend bei den rockigen Nummern wie „I Got No Remorse“ oder „In The Lurch“: jeder Ton sitzt, die Emotionen liegen schwirrend zum Zerreißen in der Luft und die Musik berührt und beschwingt zugleich.

Zehn Songs, kein einziger Ausfall. Anstatt vollmundiger Ankündigungen und großartiger Marketing-Kampagnen im Vorfeld wurde einfach ein musikalisches Ausrufezeichen gesetzt, das in Sachen Bescheidenheit und Qualität seinesgleichen sucht. Und da die musikalischen Glanzleistungen aus der Vita der Herren Rodriguez-Lopez und Bixler-Zavala hinreichend bekannt sein dürften, ja sogar sollten, verzichten wir an dieser Stelle auf nichtssagende Vergleiche. Die einzig logische Schlussfolgerung kann nur lauten: Kaufen!

Willkommen zurück meine Herren und Danke für diese großartige Platte!


Tracklist:
1. 4AM
2. I Got No Remorse
3. Ride Like The Devil's Son
4. In The Lurch
5. 50,000 Kilowatts
6. Momento Mori
7. Drown All Your Witches
8. Providence
9. People Forget
10. Rome Armed To The Teeth

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Markus L.

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Wenn mich interessieren würde, was andere über mich denken, könnte man sicherlich mit mir über meine Einstellung und den ganzen Bla diskutieren. Tut es aber nicht, ergo kann man es sich auch ersparen. Beratungsresistent eben!

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