Plattenkritik

Anthrax - Worship Music

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Release Date: 16.09.2011
Datum Review: 20.09.2011

Anthrax - Worship Music

 

Mal Hand aufs Herz: Wer kann wirklich von sich behaupten, ANTHRAX für dieses Jahr noch auf dem Schirm gehabt zu haben? Bis ins Jahr 2003 liegt die letzte Veröffentlichung „We’ve Come For You All“ zurück, damals noch mit John Bush als Sänger. Seit dem: Bush weg, Belladonna da, Belladonna weg, Dan Nelson da, Dan Nelson weg, John Bush kurz wieder da, John Bush dann schnell wieder weg und letztendlich: Belladonna wieder da – der Mann, mit dem ANTHRAX mit Alben wie „Among The Living“ groß geworden sind, und nicht ganz zu Unrecht für viele genauso sehr zu einem „richtigen“ ANTHRAX-Lineup dazugehört wie Scott Ian. Doch juckt das noch jemanden nach all dem Hin- und Her? Selbst Fans der Band dürften da ihre Erwartungen weit zurück gesteckt haben. Und gemessen daran ist „Worship Music“ dann doch überraschend gut – nicht überwältigend, aber gut – geworden.

Songs wie „I’m Alive“ oder „The Giant“ zeigen ANTHRAX mit einer eingängigen Frische, als läge seit dem letzten Belladonna-Studioalbum vielleicht ein Album zurück. Da sitzen die Refrains so unglaublich gut, dass man sich nach Hören der Platte fast schon entscheiden muss, welcher nun als Ohrwurm den Rest des Tages im eigenen Schädel verharren darf, da zeigt sich Belladonna mit einer Energie als sei er wieder Mitte 20 und da kommen die Riffs mit einer solch stimmigen Selbstverständlichkeit daher, als sei, nun ja, eben nichts gewesen. Manchmal übertreiben sie’s etwas mit der Eingängigkeit, „Fight'em 'Til You Can't“ oder „In The End“ wirken da fast schon etwas penetrant und zu sehr gewollt. Aber egal: Wenn dann im nächsten Moment wieder Stücke wie „Earth On Hell“ sind, wo plötzlich eine 180 Grad Drehung hin zu einem Riff gemacht wird, für das das Wort „Neckbreaker“ wie erfunden zu sein scheint, dann werden solche kleinen Wermutstropfen schnell wieder nebensächlich. Tatsächlich lässt sich „Worship Music“ sehr gut am Stück durchhören und kommt weitestgehend ohne wirkliche Aussetzer zurecht. Diese Einfachheit des Durchhörens ist allerdings vor allem der Tatsache geschuldet, dass ANTHRAX mit jedem Song darauf bedacht sind, dem Hörer im Gedächtnis zu bleiben. So ist „Worship Music“ auf der einen Seite fast schon poppig, doch dank der richtigen Riffs ebenso sehr ein waschechtes Stück schnörkelloser Heavy Metal.

Natürlich können ANTHRAX damit nicht gegen Frühwerke wie das eben genannte „Among The Living“ ankommen, und natürlich haben sie mit „Worship Music“ kein Album geschrieben das rein stilistisch heute in irgendeiner vergleichbaren Form wie damals Relevanz hätte. Doch es ist schön eine längst abgeschriebene und vergessene Band wie ANTHRAX noch mal derartig souverän ein Album runterspielen zu hören, das abseits all dieses Drumherums auch richtig Spaß macht und kurzweilig ist.

Tracklist:

1. "Worship"
2. "Earth on Hell"
3. "The Devil You Know"
4. "Fight'em 'Til You Can't"
5. "I'm Alive"
6. "Hymn 1"
7. "In the End"
8. "The Giant"
9. "Hymn 2"
10. "Judas Priest"
11. "Crawl"
12. "The Constant"
13. "Revolution Screams"

Autor

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Olivier H.

Autoren Bio

"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed

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