Plattenkritik

Anti-Flag - A Document Of Dissent: 1993-2013

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Release Date: 22.07.2014
Datum Review: 19.07.2014

Anti-Flag - A Document Of Dissent: 1993-2013

 

Eines haben ANTI-FLAG in ihren zwanzig Jahren Bandgeschichte nie getan: den Mund gehalten. Wieso sollten die Politpunks also im stillen Kämmerlein feiern, anstatt alten und älteren Beef nochmal lautstark aufzukochen? "Best Of" heißt das auch in Pittsburgh, funktioniert(e zuvor) woanders aber besser.

Pflichtkaufalarm - zumindest für alle, die nie zuvor von den tollen Spitznamen Justin Sane oder Pat Thetic gehört haben. Der Die Hard Fan? Gaehnt nach dem nervoesen Auspacken gelangweilt. Sechsundzwanzig Songs aus zwanzig Jahren - von neun Alben - von sechs Labels. Da bleibt keine Faust ungereckt, kein zerschlissener Sneaker ruhig am Fussboden kleben. "Broken Bones" und "Tearing Everyone Down" sind unabdingbar, "That's Youth" oder "Turncoat" nicht zu baendigen. Das Schmankerl, den Bonus, das Extra jedoch haben ANTI-FLAG offenbar unter der heimischen Fussmatte liegen lassen. Schade, denn wem als Anhaenger der Band wirklich Stuecke wie "This Machine Kills Fasciscts", "911 For Peace" oder - noch schlimmer - "Underground Network" in der Sammlung fehlen, dem ist mit " A Document Of Dissent: 1993-2013" auch bloss vorruebergehend geholfen.
Woanders warten Liveversionen, Outtakes, Demos oder sogar eine liebevolle Doku-DVD obendrauf, hier hat man bestenfalls das Glueck, den bleischweren Protestpunkkoffer als farbige Vinylversion abzugreifen. Was der umtriebige und dauerpraesente Vierer anpackt, bringt er bewiesenermassen auch zu Ende - daher ist bei der Songauswahl nicht ein Funken Zweifel oder Fehlgriffgefahr auszumachen. Dennoch fehlt es " A Document Of Dissent: 1993-2013" an Erklaerungsbedarf: ANTI-FLAG sind nicht BON JOVI - und bis Weihnachten sind noch mindestens zwei Drittel Sommer und ein ganzer Herbst Zeit. Ob da beiligende Linernotes und eine erklaerte "Timeline" der Band ausreichen, um den weltweiten Kreis ihrer Juenger zum Doppeldekadenjubilaeum zu befriedigen?
Keinen der Songs auf diesem durchgehend hektisch-dynamischen, angepissten und vollmundig zusammenfassenden Release wird dieses hintergruendige Fragezeichen interessieren. Die Investition in den eher einfallslosen "Best-Of"-Versuch von Seiten ANTI-FLAGs hingegen schon.

Trackliste:

01: Die For The Government
02: Fuck Police Brutality
03: Tearing Everyone Down
04: A New Kind Of Army
05: That’s Youth
06: Angry, Young And Poor
07: This Machine Kills Fascists
08: Underground Network
09: Spaz’s House Destruction Party
10: 911 For Peace
11: Turncoat
12: Rank N File
13: Power To The Peaceful
14: Death Of A Nation
15: You Can Kill The Protester, But You Can’t Kill The Protest
16: The Press Corpse
17: Hymn For The Dead
18: 1 Trillion Dollar$
19: This Is The End
20: Cities Burn
21: Good And Ready
22: The Bright Lights Of America
23: Sodom, Gomorrah, Washington D.C. (Sheep in Shepherd’s Clothing)
24: The Economy Is Suffering… Let It Die
25: This Is The New Sound
26: Broken Bones

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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