Plattenkritik

Anti-Flag - The People Or The Gun

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Release Date: 05.06.2009
Datum Review: 07.05.2009

Anti-Flag - The People Or The Gun

 

Die Hauptprojektionsfläche ihres politischen Aktivismusses der letzten Jahre verließ nach 2facher und somit maximaler Amtszeit das Weiße Haus. Wohin also mit all der Wut?

Von angesprochner Aggression und Wut war auf "The Bright Lights Of America" generell deutlich weniger zu hören, lediglich die Lyrics der Polit-Punks waren gewohnt bissig und strotzten nur so vor Engagement. Musikalisch wurde man deutlich poppiger (ein gewisser GREEN DAY Appeal war einfach nicht zu negieren), Glockenspiel und Orcherster verwässerten den Punksound und spülten ihn gen Pop(Punk) Charts. Doch die Major Zeiten sind nun vorbei, ANTI-FLAG haben eine neue Heimat bei Sideonedummy gefunden und können nun offensichtlich wieder freier aufspielen. Ein erstes, klares Statement in der neuen Konstellation ist der Schritt zum eigenen Studio in dem man "The People Or The Gun" aufgoss und roher und authentischer köcheln ließ als es in den letzten Jahren der Fall war. Und genau so vermögen ANTI-FLAG ihre Botschaften mit dem nötigen Druck, der notwendigen Energie unter die Musikfanscharen zu bringen. Lyrics und Musik bilden eine schlüssigere Einheit auf dass die schmissigen Parolen lautstark durch das Corporate America hallen.

Hiergegen wettert "The Economy Is Suffering, Let it Die" ein wenig populistisch ("When the cities burn down we all keep warm"), aber übermäßig differenziert lassen sich prägnante Botschaften natürlich auch nicht ins Drei-Minuten-Format fassen. Hier sind wir bereits bei der eingangs gestellten Frage. Natürlich gibt es jede Menge Hebel, die ANTI-FLAG in Bewegung setzen wollen, Missstände auf die man den Finger legt und auch die politische Vergangenheit wird aufgearbeitet ("On Independence Day"). Gay Rights ("We Are the One") und Religion ("Sodom, Gomorrah, Washington D.C. (Sheep in Shepherd's Clothing)") werden thematisiert und auch die klingeltonliebende Musikindustrie bekommt ihr Fett weg ("You Are Fired (Take this Job)"). Zitate von Joe Strummer bis Mohandas K. Gandhi, Woody Guthrie bis Abraham Lincoln standen vielen der Songideen Pate oder wurden direkt eingebunden, All-Star Höhepunkt ist jedoch das unglaublich intensive "The Gre(a)t Depression" bei dem sich Greg Attonio (BOUNCING SOULD), Tim McIllrath (RISE AGAINST), Wade McNeil (ALEXISONFIRE) und David McWane (BIG D AND THE KIDS TABLE) die Klinke in die Hand geben. Wie befreiend so ein Indie Release doch sein kann! ANTI-FLAG waren (fast) nie besser.

Tracks:
"Sodom, Gomorrah, Washington D.C. (Sheep in Shepherd's Clothing)"
"The Economy Is Suffering, Let it Die"
"The Gre(a)t Depression"
"We Are the One"
"You Are Fired (Take this Job)"
"This Is the First Night"
"No War Without Warriors (How Do You Sleep?)"
"When All the Lights Go Out"
"On Independence Day"
"The Old Guard"
"Teenage Kennedy Lobotomy"

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Torben

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Allschools Chef