Plattenkritik

Architects - Lost Forever Lost Together

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Release Date: 07.03.2014
Datum Review: 06.03.2014

Architects - Lost Forever Lost Together

 

Sind wir ehrlich, ARCHITECTS haben noch nie ein schlechtes Album veröffentlicht. Klar, der eine oder andere mag mit der Ausrichtung von „Here And Now“ nicht zufrieden gewesen sein, schlecht war dieses Werk aber mitnichten. Auf dem folgenden „Daybreaker“ gelang den jungen Briten dann die perfekte Verschmelzung ihres alten, technischen Metalcore-Stils mit den Post-Hardcore-Elementen von „Here And Now“, was zu einem vollkommen eigenen Soundbild führte. Zwei Jahre später legen die ARCHITECTS nun mit „Lost Forever // Lost Together“ nach und knüpfen nahtlos an „Daybreaker“ an.

Im Gegensatz zum 2012er Album besitzt der neuste Output jedoch, passend zur erneut hauptsächlich gesellschaftskritischen Thematik, einen wesentlich finsteren und brutalen Grundton. Schuld daran mag vor allem die Reduktion des klaren Gesangs sein, der auf dem Vorgänger für die nötigen Lichtblicke an den richtigen Stellen sorgte. Das Händchen für griffige Melodien haben Tom Searle und seine Mitstreiter dabei natürlich nicht verloren. Vor allem die Refrains der einzelnen Lieder setzen sich ziemlich schnell im Hirn fest. Großen Anteil hat daran hat auch Frontmann Sam Carter der sich mit seiner ausdrucksstarken und variablen Stimme in diesem Genre höchstens von Greg Puciato übertroffen wird. Mit „The Devil Is Near“ präsentieren ARCHITECTS dabei einen Hit der Güteklasse „Follow The Waters“ oder „These Colours Don't Run“, der mit Sicherheit seinen Platz in der Live-Setlist finden wird. „Broken Cross“ und „Colony Collapse“ führen derweil die orchestralen Untermalungen fort, die schon auf dem Vorgängeralbum für Atmosphäre sorgten. In letzterem sticht zudem Carter mit tollen Gesangslinien hervor. Neu sind dabei die Ambient-/ Instrumental-Teile - zu finden in „Red Hypergiant“ oder „C.A.N.C.E.R“ - die vor allem die Albummitte prägen und dem Hörer Zeit zum Durchatmen geben, bevor man mit „Castles In The Air“ noch einmal Vollgas gibt.

Natürlich wird es auch nach „Lost Forever // Lost Together“ immer noch Stimmen geben, die „Hollow Crown“ für das beste ARCHITECTS-Album halten und jede Gelegenheit nutzen um die Band ob ihres „Fehltritts“ „Here And Now“ schlecht zu reden. Spätestens mit ihrem sechsten Studioalbum beweisen die Briten jedoch, dass sie endgültig ihren Stil gefunden haben und große Experimente (vorerst) der Vergangenheit angehört. In der Retrospektive mag es gar nicht mal so schlecht gewesen sein, dass man mit „Here And Now“ andere Pfade beschritten hat, um dann gestärkt und voller neuer Ideen zurückzukehren. „Lost Forever // Lost Together“ zeigt jedenfalls eine Band auf dem Höhepunkt ihrer Kreativität.

Tracklist:

1. Gravedigger
2. Naysayer
3. Broken Cross
4. The Devil Is Near
5. Dead Man Talking
6. Red Hypergiant
7. C.A.N.C.E.R
8. Colony Collapse
9. Castles in the Air
10. Youth Is Wasted On The Young (featuring Murray Macleod of The Xcerts)
11. The Distant Blue

Alte Kommentare

von painwithbrain 06.03.2014 23:14

proud to be an architect

von Jay 08.03.2014 12:05

Lange nicht mehr so ein konstant gutes Album gehört. Ich bin restlos begeistert. Daybreaker und Here and Now fand ich zwar gut, jedoch verloren beide Album nach kurzer Zeit an Reiz für mich. Hollow Crown und dieses kann ich täglich mehrmals hören und es gibt mir immer wieder etwas Neues. Umbedingt auf großen Boxen anhören!

von JJJens 09.03.2014 13:03

Auf jeden Fall das beste Album seit Hollow Crown. Nicht besser, aber auf jeden Fall kann ich sagen, das ich den Jungs so ein Album eigentlich nicht mehr zugetraut hätte. 7/10

von jawoll! 09.03.2014 13:16

kann man mich dem Vorredner Jay nur voll und ganz zustimmen, Hollow Crown und auch das neue können den ganzen Tag durchlaufen während die beiden Alben dazwischen irgendwann genervt haben! freut mich

von schmidt82 29.03.2014 11:14

Abwechslungsreichster Release so far...bester Live Act nach HSB!!!

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Manuel

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Ich schreibe Artikel. Manchmal schlecht, manchmal gut, immer über seltsame Musik.

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