Plattenkritik

Arctic Monkeys - Humbug

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Release Date: 21.08.2009
Datum Review: 20.08.2009

Arctic Monkeys - Humbug

 

Am vorläufigen Ziel

Wer die ARCTIC MONKEYS wegen ihrer Tanzhits vom ersten Album liebt, der wird, wie mit der zweiten Platte, hiermit seine Probleme haben. Wer sich aber Herausforderungen gerne stellt und ein Auge für gutes Songwriting hat, der wird hier seine wahre Freude dran haben.

Denn "Humbug" ist keines dieser Treny-Indie-Platten für die Disco. Vielmehr, und darüber müssen sich die Vier Männer um Alex Turner im Klaren sein, ein erwachsenes wie auch reifes Werk für Alt. Jung wird hier, bis auf wenige Ausnahmen, nicht lange aushalten.

Aber das ist nichts Schlechtes, im Gegenteil. Und um nun zur Platte und der wohl spannendsten Frage zu kommen: Hört man die Produktion von Josh Homme eigentlich raus? Ja und Nein. Man höre nur den Opener "My Propeller" oder den Quasi-Hit "Crying Lightning" und schon entdeckt man staubige Gitarren und Parallelen zu den Desert Sessions. An das Debüt erinnert hier höchstens "Pretty Visitors", welcher zwischendurch mächtig abgeht, im nächsten Moment aber wieder ein wenig ver-, wenn nicht sogar zustaubt. Doch diesmal steht die Tanzbarkeit nicht im Vordergrund. Turner's Songwriting erhält gar erzählerische Aspekte und wirkt von Mal zu Mal spannender und packender. Gewichtiger auch diesmal, vielleicht dank Homme, die Symbiose aus Gitarre und diversen, bislang unbekannten Klangdimensionen im ARCTIC MONKEYS Universum. So schleicht "The Jeweler's Hand" gemächlich vor sich hin, wagt es mit leichten Keyboards zu trumpfen und wird einmal mehr von einer grandiosen Gitarrenarbeit unterstrichen.

Im Endeffekt muss man zusammenfassen: Das hier sind noch immer unverwechselbar die ARCTIC MONKEYS, aber zweifelsohne gehören sie nun zur Speerspitze und haben auch ganz bestimmt ihre einfallslosen Kollegen von MAXIMO PARK übertrumpft. Da sieht man gerne darüber hinweg, dass diese Platte ab und an tatsächlich ein wenig (Erfolgs-)Druck durchhallen lässt. Um durch Dürregebiete mit dem Auto zu fahren, taugt dieses Album allemal.

Tracklist:

1. My Propeller
2. Crying Lightning
3. Dangerous Animals
4. Secret Door
5. Potion Approaching
6. Fire And The Thud
7. Cornerstone
8. Dance Little Liar
9. Pretty Visitors
10. The Jeweler's Hands

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Frederick G.

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