Plattenkritik

Army Rising - Impending Chaos

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Release Date: 28.10.2011
Datum Review: 19.10.2011

Army Rising - Impending Chaos

 

Fethard, Tipperary. Klingt nach Kaff, ist trotz erstklassiger Klischeekulisse mit knapp 1500 Seelen sicher fast noch schlimmer. Trotzdem ist das irische Dorf groß genug, um vom Postboten mit METALLICA-, PANTERA- oder BLACK SABBATH-Platten beliefert zu werden. Nachdem so geschehen, spitzten Noel, Garreth, Louis, Tony und Ted gehörig die Ohren und wollen noch vorm Ende der Pubertät selber den Metalhammer kreisen lassen. Braucht es dafür Szene? In Fethard? Fehlanzeige.

Mit 17 sind Metalbands doch am schönsten: Um handwerklich zu reifen hat man noch Zeit und die nötige Aufnahmefähigkeit, und für etwas anderes bietet der jugendliche Alltag auf dem Land eh kaum Gelegenheit. Auf „Impending Chaos“ stellen die Rotzlöffel ARMY RISING daher schon ganze Armeen an klanglichen Bulldozern wie „Lost Generation“ oder „Destination Grave“ auf, auch wenn das Format „Konzeptalbum“ mit Songs wie „War“ und „If You Want Peace...“ mitunter etwas belächelt werden muss. Was textlich durchaus noch an Reife und Überzeugung gewinnen dürfte, plätschert musikalisch bereits ernstzunehmend und fett daher. Die Gitarrenarbeit ist angenehm und gelegentlich auch über lauwarm, „I´m Dead“ wartet mit NWOBHM-lastigen Chören und auch zahlreiche Funken Thrash schauen durch die Dachluke in den Proberaum hinunter, wie es z.B. beim einzigen Werk unter vier Minuten Spielzeit namens „Tyrant“ der Fall ist. Noels Gesang lehnt an alten METALLICA wo es nur geht, kommt dafür aber auf Albumlänge zu brav und vorhersehbar aus den Boxen.

ARMY RISING frühstücken brav zu Ende, mit „Visions“ sorgen die fünf Knaben für ganze sieben spannungsträchtige Minuten zum Schluß, die vom balladesken Intro über ein kreischendes Gitarrensolo bis hin zum gewitternden Finale für Reichhaltigkeit und vorbildlichen Ausklang von „Impending Chaos“ sorgen. Das Debütalbum der nietenverliebten Youngsters wird die Kirche des Dorfes sicher in Fethard lassen, aber ein Hinaustragen ihrer Werke auf (inter-)nationale Bühnen sei den gerade volljährigen Herren vor allem gegönnt, weil „die Szene vor Ort einfach furchtbar ist“. Nicht verzweifeln, Noel – für ARMY RISING wird sich schon ein Plätzchen finden, dass mehr als 1500 potentielle Metallerseelen beherbergt.

Trackliste:

01. Who I Am
02. Destination Grave
03. War
04. Lost Generation
05. Tyrant
06. I´m Dead
07. If You Want Peace...
08. Strength Of None
09. Fallacy
10. Visions

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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