Plattenkritik

As Seconds Become Centuries - In Past Days [EP]

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 31.07.2011
Datum Review: 14.01.2012

As Seconds Become Centuries - In Past Days [EP]

 

Vielleicht hätten sie den Bandnamen mit dem Titel „In Past Days“ tauschen sollen. Denn AS SECONDS BECOME CENTURIES schreit förmlich danach, irgendwann einmal als Statement zu enden, den Bandnamen aus „blablabla“ Gründen zu ändern. Zu durchsichtig schimmert hier der Metalcore hinter dem sehr guten Artwork, zu vorbelastet und „also echt, nix gegen die band an sich, aber von metalcore von der stange hab sogar ich die schnauze voll...“ wird a l l e i n aufgrund des Brandings das Urteil ausfallen.

Allerdings vorschnell und völlig ungerechtfertigt!

Ein verheißungsvolles Intro, dass mit einem gefühlvollem Klavier als „Atrium“ dient, eröffnet den Reigen Songs einer äußerst talentierten deutschen Band. Gerade „Gefühle“ sprechen zu Hauf auf „In Past Days“, eindrucksvoll auch auf „Memories“ mit einem hintergründigen, anklagendem Gesang und wieder durch das Klavier, das die Akustikgitarre begleitet, zementiert. Gänsehaut! Dazwischen liegen mit „Betrayal“, „My Body Is Glass When I Look In The Mirror“, “In Past Days”, “When The Witch Burn The Heretic” und “Like The Last Step In A Neverending Street” irgendwie typische Metalcore Songs (wenn auch äußerst starke), die doch immer wieder untypisches Können und viel Gespür für die Materie offenbaren.

Natürlich kommen einem handwerklich AUGUST BURNS RED oder ARCHITECTS in die Quere, obwohl ASBC nicht den Weg des irrwitzig Technischen gehen (können / wollen), dennoch neben äußerst aggressiven Highspeed Einschlägen, Thrash Läufen und derben Breakdowns (die – bitte aufpassen – als Weg zum Ziel und nicht als DAS Ziel gebaut wurden!) immer wieder Überraschungen und Verästelungen anbieten. Wo andere eine stumpfe Aneinanderreihung von hart und zart hinrotzen, kredenzt die Band aus Limburg a.d. Lahn, wie mit progressiven Ansätzen und dynamischen Arrangements aggressiver Sport und melodienreiches Spiel zu einem Team geformt werden kann. Und an alle anderen Nachwuchsbands da draußen: Hört euch doch bitte mal den eingeflochtenen Klargesang an...und...fällt euch etwas auf...genau...dieser zeigt, dass es noch Platz neben dem Schema F und immer noch so etwas wie Kreativität im dicht umkämpften Haifischbecken gibt! Hoch anzurechnen ist ihnen auch der Drang nach vorn, der immer auf das Brutale zielende Punch, der jedoch kurz vor dem finalen Einschlag zum Knock Out herumzieht, um die Hand der Versöhnung zu reichen. Alles bisher Geschriebene zusammen gipfelt dann in “Like The Last Step In A Neverending Street”, einem Abschluss, der sämtliche Trademarks der gesamten Metalcorebewegung zusammenfasst und in einem Killer von Song bündelt.

Was hier relativ stümperhaft beschrieben wird, erklären ASBC musikalisch mit homogenem Songwriting und einer Leidenschaft, die erahnen lässt, wie tief sich die Mannen im Metalcore befinden und wie sehr sie sich mit diesem Genre identifizieren. Solange es Alben wie „In Past Days“ gibt, die die Fahne des Metalcore hoch gehalten, nein, sogar noch höher halten, muss einem um die Zukunft deutscher Bands keine Sorgen gemacht werden

Dafür ein dickes und grundtief ehrlich gemeintes Dankeschön!!!

Alte Kommentare

von WoW 14.01.2012 12:46

WoW, WoW.... Ich hab grad mal die FB gecheckt und mir das Vid reingehaun..... Der Hammer! Wirklich was geiles, hatte noch nie was von der Band gehört, werde allerdings echt mal schaun ob die bei uns in der Nähe mal spielen, endlich mal ne Band für dessen Ticket ich auch Geld ausgeben würde ^^

von Charos 14.01.2012 14:59

hab mir grad ma en paar soings auf youtube gegeben und kann mich WoW nur anschließen. Mega fette arrangements, wie aus einem guss. ganz gans großes talent die jungs und das aus deutschland Respekt!

von Dave 14.01.2012 15:25

Ich kenne die Band schon seit ihrem ersten Auftritt und bin seither ein großer Fan. Mit diesem Album haben sich die Jungs wirklich selbst übertroffen. Glückwunsch und alles Gute für Eure Zukunft

von hihi 14.01.2012 16:16

i ♥ Carlos Bauch

von diekatze 14.01.2012 18:50

als ich gerade das video zu betrayal angeguckt hab, dachte ich zuerst der sänger wäre ein dickes mädchen. true story.

von Diggler 16.01.2012 11:42

Jetzt mal n ganz objektiver Beitrag: Finde nicht, dass die sich musikalisch groß vom Metalcore-Standart abheben. Songwriting ist gut aber nicht weltklasse. Bleibt im Grunde genommen den altbekannten Metalcore-Klischees treu. Gesanglich jetzt auch nicht gerade die Megabombe. Und klingt mir alles für ne deutsche Band auch viel zu amerikanisch. Eher nach "Wir wollen klingen wie Miss May I und co". ohne dabei ne besondere Eigenmarke zu entwickeln. Also sry Jungs aber euer "wow" ist mal echt übertrieben...

von Rippppx 17.01.2012 12:47

@Diggler... lass die band sich doch selbst in den comments weiterfeiern

von AlexMiamorsch 17.01.2012 16:56

^^hehehehe genau das dachte ich mir auch, als ich die ersten 3 comments gelesen habe... 0815 band! absolut nichts was musikalisch irgendwie interessant ist und man nicht schon 10000mal woanders besser gehört hat...

von aha 19.01.2012 14:31

Kommentare löschen, ganz feiner Stil!

von pf 19.01.2012 19:34

allschools = SOPA schön die kommentare löschen

von Scythe 19.01.2012 23:56

Hm...hat mich nicht umgehauen. Die letzte Band aus dem Metalcore-Bereich, die mich überrascht hat, war "Breakdown of Sanity". Und siehe da, es gibt neues Material von denen in 2012. Check it out: http://www.youtube.com/watch?v=TpB9gH6YoIE

von Scythe 20.01.2012 00:00

Also nicht Deutschland, sondern Schweiz...macht aber nix. Spielen trotzdem alles an die Wand :) Und nicht vergessen die Lautstärke ordentlich aufzudrehen.

von Schnuffl 09.02.2012 22:54

Ich mag die dolle gerne.

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Clement

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Ich fühle mich zu alt

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