Plattenkritik

Atlas Losing Grip - Watching The Horizon

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Release Date: 16.10.2010
Datum Review: 07.11.2010

Atlas Losing Grip - Watching The Horizon

 

Auf dem morgendlichen Weg zur Arbeit komme ich in der Innenstadt immer an einem Plakat für einen amerikanischen Sportladen vorbei. Zu sehen: ein Skater lässt sich auf einer kalifornischen Palmenpromenade von seinem Hund Richtung Sonnenaufgang ziehen. Darüber der Satz "We wish you a wonderful day". Im gleichen Moment schallt aus meinen Kopfhörern "Watching The Horizon", die neue EP von ATLAS LOSING GRIP - tatsächlich die perfekte Kombination, um der verregneten Montag Morgen Tristesse mit der richtigen Gelassenheit zu begegnen.

Man kann sagen, was man will: nirgendwo wird Hook-durchträngter Melodicore (ich nutze jetzt mal ganz bewusst diesen alten Begriff) besser gespielt, als in Schweden. Jüngstes Beispiel sind ATLAS LOSING GRIP, die nach einem wenig beachteten Album nun mit fünf neuen Songs ein dickes Ausrufezeichen setzen. Verstärkt durch den ehemaligen SATANIC SURFERS Sänger macht die Band sich nun endgültig dazu auf, weit mehr als nur ein Geheimtipp zu sein. Musikalisch ähnlich überragend wie ihre Schweden-Kollegen THE INDECISION ALARM und ENEMY ALLIANCE wird hier mächtig Gänsehaut angerührt. Vom Tempo her durchweg flott bis schnell lassen ATLAS LOSING GRIP einen Ohrwurm nach dem nächsten auf den Hörer los, der sich umso mehr fragt, warum er von dieser Band vorher noch nichts gehört hat. Den Gitarristen sei an dieser Stelle ein ganz besonderes Lob ausgesprochen, denn was die beiden Männer an Harmonien rauslassen ist schon eine Klasse für sich. Die Rhythmus-Fraktion fügt dem ganzen eine gewaltige Portion Hardcore-Energie hinzu - das Ergebnis sind Songs, die vor Power und GANZ GROSSEN Hooks nur so strotzen. Die mal sanfte, mal raue, aber durchweg sehr mitreißende Stimme von Sänger Rodrigo tut ihr übriges, um die Songs nachhaltig in den Gehörgängen zu verankern. Der Mann weiß, wie man Gesangslinien arrangiert.

Perfekt produziert liefern ATLAS LOSING GRIP mit "Watching The Horizon" ein überdimensionales Lebenszeichen für ein Genre ab, das viele Jahre leider etwas vor sich hindümpelte. Wer sich klassischen Melodicore mit leichtem HOT WATER MUSIC/MAKE DO AND MEND-Einschlag reizvoll vorstellen kann, der kommt an diesem Release in keinster Weise vorbei. Wenn die Band es schafft diese Qualität auch auf Albumlänge zu bannen, dann erwartet uns wirklich Großes. Und da die Band derzeit keinen Plattenvertrag hat, kann ich nur sagen: Labels, schlagt euch drum!

1. Heartbeat
2. Horizon
3. Face To Face.
4. On The Streets
5. Slow Down

Alte Kommentare

von hmm 08.11.2010 00:17

label is doch horror business records,oder?

von alexv 08.11.2010 10:59

großartige platte, super band!auch wenn das review ein wenig spät erscheint, besser so als nie. bin gespannt auf das neue album. doch zuvor schön am 11.11. nach Münster kommen: da zocken Venerea und man darf Rodrigo an den Drums sehen.Pflicht! @hmm: jau so siehts aus! Gibt aber auch bei CantSlowDown Records bald ne Vinylversion. Kannst du hier vorbestellen falls bock: http://cantslowdownrecords.bigcartel.com/

von @sascha 08.11.2010 11:52

die ep ist hier schonmal besprochen worden

von Sascha 08.11.2010 12:57

Mein Fehler, ist mir gar nicht aufgefallen.

is aber auch egal, die ep is auf jeden fall richtig geiler melodic hardcore!

von RayP 08.11.2010 19:51

"Horizon" ist ein Knaller. Absoluter Hit!

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Sascha

Autoren Bio

http://www.shocksmusic.bandcamp.com

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