Plattenkritik

Average Engines - Follow. Fail. Repeat.

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Release Date: 08.11.2013
Datum Review: 28.11.2013

Average Engines - Follow. Fail. Repeat.

 

Klar ist bei AVERAGE ENGINES erst mal gar nichts. Und festnageln lassen sie sich auch überhaupt nicht. Dazu kommt noch: Wo andere ein Herz inne tragen, haben sie auch noch ein Arschloch.

Ganz so schlimm ist es nun doch nicht. Dank Crowdfounding (...großen Dank auch an dieser Stelle an: Anderas, Marc, Alexander... und Co.) präsentieren AVERAGE ENGINES den Nachfolger zum vielgelobten und 2011 veröffentlichtem „Battelsuits“.
„Follow. Fail. Repeat.“ passt in keine Ecke und erweist sich als sehr facettenreiches Eigengewächs. Wer die Kategorisierung braucht, begnüge sich mit einem alternativen Rockgemisch, welches sich indiemäßig mit noisigen Ausbrüchen schmückt und hier und da mit verlockendem Pop liebäugelt. Wer Bilder braucht, stelle sich einfach die sympathisch verschrobene, orange geblümte Wolldecke vor, in die man sich immer auf Omas braunem Cordsofa eingemümmelt hat - mollig warm, aber leicht kratzig.
Natürlich hinkt dieser Vergleich über alle Maße, aber wäre „Follow. Fail. Repeat." gut zwei Rockdekaden früher erschienen, hätte man es schlicht und einfach mit dem experimentierfreudigen Rock von Bands wie NO KNIFE oder ENGINE DOWN verglichen. Heute würde man sie mit in eine Schublade zu HARMFUL, den Schweizern BRAZEN oder den wunderbaren MONOCHROME legen.
„Follow. Fail. Repeat.“ ist einfach ein Album, welches sich grenzenlos durch Genres spielt, aber in sich einfach kompakt wirkt und immer eine Mitte findet. Ganz ohne großartige Einleitung geht das Album sofort in die Vollen und drückt auf die „Rocktaste“. Dabei kombinieren AVERAGE ENGINES treibende Grooves mit effektbeladenen CAVE IN-Gitarren und nehmen sich hier und da die Muse, einfach mal Sachen hinaus zu schreien. Das ist nicht immer gerade und verwickelt sich in unerwartete Wendungen, macht aber dank einer gut eingespielten und spielfreudigen Truppe zu jeder Zeit Spaß. Klar überhäuft das Quartett zu Beginn den Hörer mit Eindrücken, aber irgendwann ergibt dann doch alles einen Sinn. Ob es nun beim rollenden Stoner Song „Where Others Got A Heart I've Got An Asshole“ klick macht oder bei der fies vorgetäuschten Indietanznummer „Bolts & Lightning“, welche zum Finale hin in ein Cello umhülltes Emotionsbad taucht. Das ist nichts von der Stange und schon gar keine Musik, die jedem gefallen will.
Aber es ist ehrliche und vor allem innovative Rockmusik. Und die funktioniert immer und am besten laut.

Trackliste:
1. Follow. Fail. Repeat.
2. Anacondor
3. Where Others Got A Heart I've Got An Asshole
4. Hound Beach
5. Anchor
7. Bolts & Lightning
8. Idwyl
10. Max Birnstiel, Our Future King
11. Like Gravity

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Mulder

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