Plattenkritik

Awolnation - Run

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Release Date: 13.03.2015
Datum Review: 14.03.2015

Awolnation - Run

 

Macht’s gut, ihr Zuspaetkommer, Stimmungslappen und Faultiere. Der Nachfolger zu "Megalitic Symphony" geizt dank der Steilkarriere von AWOLNATION nicht gerade mit Erwartungshaltung, ebenso wenig aber auch mit dem Ausleben der eigenen Kreativität von Bandchef Aaron Bruno. Die einen schimpfen das "Hipstermucke", die anderen feiern jedes Detail. Von beidem gibt es auf "Run" reichlich zu entdecken.

Aaron Bruno aka AWOLNATION ist kein Typ fuer halbe Sachen. "I am a human being / capable of doing terrible things" belegt der Titelsong zunaechst mit dichten Baessen und einem Stampf aus Synthesizern und Pomp. Eine monotone Spannungskurve und duestere Elektronika bereiten auf den luftigen Pianopop von "Fat Face" vor, der sich in jeder Art von Film bequem und authentisch einnisten würde. Erst danach kommt "Run" richtig in Fahrt. Die zahlreichen Stimmungen, die AWOLNATION allein bis "Hollow Moon (Bad Wolf)" transportiert haben, sind nun auch bereit zu tanzen. "Jailbreak" vermengt Indiepop und Electroballade, dazu mischt Mastermind Bruno, der die vierzehn Beiträge im Alleingang komponiert, produziert und aufgenommen hat, mal Aggressionen, mal Herzensangelegenheiten. Im Vergleich zum Debüt klingt das Ergebnis noch massiver und infizierend, „Windows“ oder „KOOKSEVERYWHERE!!!!“ zerren sogar bei Metal und Klassik am Rockzipfel.

„Run“ entlohnt mit jedem Durchlauf das interessierte Ohr, sei es mit den Feinheiten der peniblen Produktion oder grossen Ohrwurmmomenten wie „Windows“ und „Holy Roller", welche irgendwo zwischen EDM und hymnischem Dreampop schmälern. AWOLNATION bieten gerade einmal fünf Jahre nach ihrer Gründung in Kalifornien ein ebenso kompaktes wie erstaunlich reifes zweites Album, welches mit Finesse und Moderne gleichermassen triumphiert. Zu „Woman Woman“ werfen die jungen Damen im Festivalsommer die Arme der Sonne entgegen.
"Headrest For My Soul“ passt auf dem Mixtape zwischen FUN. und BAND OF HORSES. Produzenten gegenwärtiger Fernsehserien schlagen bei den auf „Run“ zu habenden Stimmungspegeln sicherlich ebenso gerne zu. „I stand alone and curse at the sky / I stand alone beside you / I never felt so alone in my life / Baby I stand alone beside you“. Da tauen auch Hipster aller Level auf.

Trackliste:

01. Run
02. Fat Face
03. Hollow Moon (Bad Wolf)
04. Jailbreak
05. KOOKSEVERYWHERE!!!!
06. I Am
07. Headrest For My Soul
08. Dreamers
09. Windows
10. Holy Roller
11. Woman Woman
12. Lie Love Live Love
13. Like People, Like Plastic
14. Drinking Lightning

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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