Plattenkritik

BLACKOUT PROBLEMS - Gods

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Info

Release Date: 07.11.2014
Datum Review: 13.08.2015
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

1. The City Won't Sleep Tonight
2. How Should I Know (feat. Matze Bloech)
3. Space
4. Make Do And Mend
5. As Long As We Can
6. For The Road

BLACKOUT PROBLEMS - Gods

 

„Gods“ heißt die neue EP aus dem Hause BLACKOUT PROBLMES. Götter - viel höher kann man in der Rangfolge nicht mehr steigen oder was kommt nach einem Gott? König, Kaiser, Präsident? Heerscher über ein Königreich, ein Land oder einen Kontinent? Nein, Gott muss es sein, der Heerscher über alles und jeden. Aber warum sich auch mit dem Mittelmaß abgeben und nur UEFA Cup spielen, wenn die Champions League möglich ist. Vor allem wenn man aus München kommt.

Die EP beinhaltet 6-mal Synthie-Pop-Punk mit hier und da auch ein wenig Indierock. Gepresst auf CD oder auf weißem, auf 300 Stück limitiertem und handnummeriertem Vinyl. Schön, auch wenn auf die LP noch ein paar Songs mehr gepasst hätten. Irgendwo zwischen ITCHY POOPZKID, ENTER SHIKARI, MUMFORD AND SONS, THE ALL AMERICAN REJECT und HEISSKALT (deren Sänger auch einen kleinen Gastbeitrag beisteuert).
Vom Sound her klingen die 3 Münchner wenig deutsch, sondern sehr international. Hierbei hat man bei den ganz großen gespickt und das was gefällt bei sich übernommen. Nur an den teils sehr einfach gehaltenen Texten ist schnell zu erkennen, dass hier keine Muttersprachler am Werk sind, sondern echte bayrische Buben. (Zum Glück haben sie zumindest den Akzent weggelassen.) Die Texte sind klassisches Schulenglisch und so geschrieben, dass auch die 10. Klasse der Johann-Sebastian Bach Realschule keine Probleme hat die Texte oder zumindest den Sinn dahinter, zu verstehen. Das hat Vor- und Nachteile. Einerseits spricht man auch demjenigen aus der Seele, der kein Englisch-LK belegt hat und sich mit gebrochenem Englisch durch das Leben schleppt, andererseits sind die Möglichkeiten (natürlich) auch beschränkt. Bei BLACKOUT PROBLEMS greift jedoch eher Variante 1. Denn hier will keiner ein lyrisches Meisterwerk erschaffen, das noch in 100 Jahren  zitiert wird. Zwischendurch mal ein gutes Zitat reicht. Und darauf kann und wird dann der Rest des Textes aufgebaut. BLACKOUT PROBLEMS wollen Spaß machen und positive Stimmung verbreiten. Ein, zwei Songzeilen, die im Kopf bleiben, werden wiederholt und brennen sich so relativ schnell in den Kopf ein. Und das genauso bei dem 15-jährige Schulmädchen, wie beim 30-jährigen Dauerstudenten.

 

„How the fuck should I know
What is wrong, what is right,
What's to like or dislike,
A majority of assholes have the power to decide,
Don't ask me where to go,
I'm not the one to follow,
Did we lose control
How the fuck should I know?“ 

 

Texte, die jeder versteht und die meisten an oder gar aus der Seele sprechen, gepaart mit einfachem, lockeren Indie-Pop-Punk. Die Stimme ist gut, hat Wiedererkennungswert und klingt nicht wie jede andere. Da verkraftet man es auch, wenn sie an der einen oder anderen Stelle etwas kraftlos wirkt. Ansonsten hier noch ein Synthie, da mal ein Breakdown und fertig ist der perfekte Sound für das pubertierende Mädchen von neben an, denn ganz gut aussehen tun die Jungs ja auch. Und der Freund hört eh mit, muss er ja. Macht er in diesem Fall aber auch gerne. Denn „Gods“ ist gut anzuhören, bleibt im Ohr und macht Spaß. Und manchmal muss Musik ja auch gar nicht mehr machen.

Der Plan, den BLACKOUT PROBLEMS geschmiedet haben, geht auf. HEISSKALT haben es schon vorgemacht und BLACKOUT PROBLEMS versuchen ihnen nun zu Folgen. Als Rock-Götter werden die 3 damit mit Sicherheit nicht in die Geschichte eingehen, das Genre neu erfunden haben sie auch nicht und so manch anspruchsvoller Musikhörer wird wohl auch seinen negativen Senf dazu abgeben, ABER sie werden mit Sicherheit die Begleitmusik für so manche Dorf-Party, brechen so manches Mädchen Herz und eröffnen so manchem Jugendlichen den Weg in Richtung Moshpit. Also,… weitermachen!

 

 

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Janik

Autoren Bio

Janik E. // 21 // love music. hate facism.

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