Plattenkritik

BLACK LUNG - See The Enemy

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Info

Release Date: 29.04.2016
Datum Review: 23.03.2016
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

1. Behemoth
2. Ichor
3. Transmission
4. Nerve
5. Crooked Finger
6. Priestess
7. See The Enemy
8. 8MM

Band Mitglieder

 

ADAM BUFANO- GUITAR
DAVE CAVALIER- VOX, GUITAR
ELIAS MAYS SCHUTZMAN- DRUMS

BLACK LUNG - See The Enemy

 

Ein eisiger Windstoss, dann flankt von unten ein kratziges Schlagzeug durch die Finsternis - und befeuert die Kaelte mit Fuzz und Schwere. Die Entstehungsgeschichte von BLACK LUNG reicht gerade einmal zwei Jahre zurueck, kann aber gerne in einem Atemzug mit ihrem Sound genannt werden. So fuehlt es sich besser an, dem Trio aus Baltimore durch das fettige Haar hindurch aufs Griffbrett zu glotzen.
 
Auf jenem tummeln sich auch auf "See The Enemy" weiterhin bloss zwei Mal sechs Saiten - von einem Bass in den eigenen Reihen sieht das Projekt aus dem Umfeld von THE FLYING EYES ab. Lieber zerstoert "Behemoth" in Zeitlupe und liefert neben bluesigem Gewitterriff auch direkt den predigenden Flehgesang, der schon dem selbstbetitelten Debut seinen Charakter injizierte. "Transmission" ist ein doomiger, verschlungener Klotz aus Psychedelic, Wahnsinn und Hingabe, den selbst Profis wie Multitalent Dave Cavalier am Mikrofon kaum im Zaum halten koennen. Hallend beschwoert der Frontmann neben grollenden Gitarren den einstuerzenden Refrain hinauf. Dann braet "Nerve" ueber sieben lange Minuten das Fleisch bis auf die Knochen runter: Zeitlupe, ein tiefschwarzes Taktschema - gerne darf es dauern, bis Cavalier, Gitarrist Adam Bufano und Schlagzeuger Elias Schutzman den Inhalt auf die Lichtung fuehren. Noise, Garage, Metal und Doom liegen auf der Waage, dann packt "Crooked Finger" eine Extraschippe Stoner Blues mit drauf. Trotzdem harmonieren die Gitarren wenn sie sollten, nicht mal das manchmal gespenstische Organ Cavaliers zittert oder kippelt. Die acht Songs sind bleischwer und zugleich fein abgesteckt. "See The Enemy" funktioniert in brachialen Momenten wie den Hoehepunkten von "Ichor" genauso wie im zehrenden Finale "8MM", wenn alle Reserven noch einmal durch den Schredder gejagt werden. Die Snare knallt und erinnert beinahe an die Anfangstage von Grunge in Slowmotion. "Shot me through the heart" fleht Cavalier ein letztes Mal, dann lassen BLACK LUNG den Koloss ausarten. So nutzt man Abende, wenn draussen Jahrhundert-Blizzards toben.

Autor

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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