Plattenkritik

BOYSETSFIRE - Boysetsfire

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 25.09.2015
Datum Review: 18.09.2015
Format: CD Vinyl Digital DVD

Tracklist

 

01. Savage Blood
02. Cutting Room Floor
03. Don't Panic
04. Ordinary Lives
05. One Match
06. The Filth Is Rising
07. Torches To Paradise
08. Coward
09. Heaven Knows
10. Fall From Grace
11. Dig Your Grave
12. Breathe In, Bleed Out
13. Bled Dry (2015)

Band Mitglieder

 

Nathan Gray (vocals), Joshua Latshaw (guitar, vocals), Chad Istvan (guitar, vocals), Robert Chatterjee-Ehrenbrand (bass), Jared Shavelson (drums), Chris Rakus (bass)

BOYSETSFIRE - Boysetsfire

 

Wer hier eine kurze Kaufempfehlung sucht (oder nicht gespoilert werden möchte), scrollt jetzt bitte runter. Dort werden 10 von 10 Punkten stehen. Warum? Weil ich diese Band liebe, mich das Album jetzt schon schrecklich glücklich macht und weil es mich seit Wochen auf Heavy Rotation begleitet. Vor lauter Hören kam ich nicht mal zum Schreiben dieses Reviews. Weil ich aber so glücklich bin, gebe ich mir und Euch heute mal die volle Breitseite und schreibe was das Zeug hält. 

 ‘Sit down and play some fucking music!’ Pragmatisch eröffnet die neuste Eigenproduktion aus dem Hause BOYSETSFIRE. Gesagt, getan! Das selbstbetitelte Album eröffnet mit dem inzwischen über Impericon als Lyric-Video veröffentlichtem Song “Savage Blood” mit dem erwarteten Faustschwung, welcher sich schnell in gleichem Maße zum Hüftschwung entwickelt. Unter diesem Link könnt ihr Euch selbst überzeugen. Die Energie des Songs ist mitreißend und – um das vorweg zu nehmen – ist der Pionier eines Albums, das nur Hits beinhaltet. “Savage Blood” ist wie ein Befreiungsschlag. Neben dem kraftvollen Chorus möchte ich besonders und auf die folgende Textstelle verweisen: ‘So let our vibrant hearts resound an anthem to our lives unbowed and let them know we truly live‘. So sieht es nämlich aus! Hier zeigt sich mal wieder, dass Herr Gray nicht nur etwas zu sagen hat (laut, wie leise) – er kann es eben auch besonders schön. Abgesehen von der erhöhten F-Wort-Frequenz, hat er ein Talent die richtigen Worte zu finden. Wenn er spricht. Und wenn er schreibt.

“Cutting Room Floor” erzählt die älteste Geschichte der Welt: Enttäuschung. Sei es Liebe oder Freundschaft. Kennen wir alle. Fühlen wir alle. Und wenn man das Thema so schön verpackt, hilft diese musikalische sowie sprachliche klare Ansage vielleicht ein wenig darüber hinweg. Frei von Pathos und doch emotional und eingängig ist dieser Song durchaus Radio-Material. Auch dieser Hit wurde bereits über das Facebook Profil eines Fans veröffentlicht.

Und dann ist erstmal Schluss mit Mainstream. “Don’t Panic” gibt auf die Zwölf! BOYSETSFIRE erheben wütend schreiend die Faust, schlagen um sich –  und alle machen mit! Live wird dieser Song dafür sorgen, dass ich  mir mal wieder eine Rippe breche. Nicht das es heißt, ich hätte nix gesagt. Aber was glaubt ihr denn, was bei solchen Stellen passiert: ‘Run and hide you fucking cowards while we feast on what remains‘? Eben!

Mit “Ordinary Lives” wird es ruhiger. Der melodische Track packt jeden bei seiner eigenen Ehre. Wir selbst sind der Schlüssel, sagt der Nathan. Musikalisch ist für mich das Schlagzeug der Schlüssel. Meine Herren die Fills auf dem Toms muss man doch abfeiern! Das wird live eine bombastische Mädchen-Hymne! Und alle so: ‘Hearts’.

Und dann. Pow Pow! “One Match”. Tanzen! Alle! Keiner wird zurück gelassen! Der Track wurde als dritte vorankündigung ebenfalls als Video veröffentlicht – mit Aufnahmen des Family-First Festivals in Köln. Selbst wenn man die gloreichen Textstelle ‘It’s you. And me. And the gasoline’ und das perfekte Timing des Songs außen vor lässt, wäre das Video alleine schon 10 Punkte auf der Skala wert. So much love! Guckt ihr hier

“The Filth Is Rising” zieht dann andere Saiten auf. Der Name ist Programm! Schreien was das Zeug hält! Ich sehe im Geiste schon, wie sich Josh die Backing-Vocals aus der Lunge kreischt und zitiere ihn frei mit “Hi, I’m Josh, I scream stuff”!

Es kann einem ja schon mal die Phantasie durchgehen. Wenn man bei “Torches To Paradise” jetzt noch ein aufdringliches Keyboard, Hochwasserhosen, große Gesten und Fokuhila-Frisuren drauf legen würde, wäre das auch ein 1a JOURNEY Song. Ich liebe JOURNEY… also nicht falsch verstehen! Wie alle anderen Songs also ein Hit! Viel Drama, viel Tom-Gewirbel. Viel Hymne!

“Coward” pustet mit ordentlichem Gegenwind die Fönfrisuren wieder weg. Kraftvoll, hart und auf den Punkt. Der Song bekommt mit dem langsamen Break noch mehr Wucht und wird live eine Waffe sein!

Nummer 9, “Heaven Knows”, ist seit Jahren einer meiner liebsten Ohrwürmer. Seit Jahren? Hä? Ja! Bereits mit seinem ehemaligen Sideproject THE CASTING OUT hatte Herr Gray diesen Song auf der “1” veröffentlicht und nun mit BOYSETSFIRE neues Leben eingeatmet. Ich freu mich, weil der wunderbar ist. Und weil ich immer noch hoffe, dass selbiges eines Tages mit dem CASTING OUT Song “Quixotes Last Ride” passiert. (Das wird dann auch ein kürzeres Review. Dann schreibe ich nur: Is’ drauf!). Ja, man!

“Fall From Grace“ eröffnet mit einem klaren, satten Drumbeat der den Song durchweg trägt. Kann sein, dass es nur mir so geht, aber BOYSETSFIRE haben mit Jared an den Drums einfach den Lotto-Gewinn des Jahrhunderts hingelegt. Der ist nicht nur schön. Der ist auch wirklich, wirklich der Hammer an der Schießbude! Mir geht das Herz auf. Der langsame Song erinnert textlich die Message von “With Every Intention”, auch wenn er im Ganzen deutlich ruhiger wirkt.   

Es bleibt abwechslungsreich! “Dig Your Grave“ erinnert (vielleicht wegen der Hookline ‘Your time is fucking over’)  stark  an den Song “Far From Over” vom Album “While A Nation Sleeps”. Die Musik und insbesondere der Gesang gehen in die gleiche Richtung.  

Gleich schon vorbei? Na dann ALARM!!! Track 12 “Breathe In, Bleed Out“ bringt noch mal richtig Geschwindigkeit auf den Tacho.  Der Gesang ist hier melodisch und wechselt dann wieder zu den harten Tönen. Wie krassss ist der Break mit seinem ‘Stimm-Tremolo‘?!  Und wieder: Die Drums! Wie großartig ist das bitte?! Der Song steigert sich immer weiter, bis er in eine ruhige Passage wechselt. BOYSETSFIRE haben sich während ihrer Karriere musikalisch enorm entwickelt! Mit diesem Song übertreffen Sie sich in vielerlei Hinsicht selbst. Wie oft haben sie selbst gesagt, dass sie nicht gut genug wären, um bestimmte Genres zu erfüllen? Was hier auf dem Teller liegt, hat nichts – wirklich überhaupt nichts – mit willkürlichem Songwriting oder Mittelmaß zu tun. (Nur Hits!)

Und dann – noch ein bekanntes Ding:  “Bled Dry” bringt den Abschluss der “s/t”. Ursprünglich wurde der Song anlässlich des Record Store Days 2013 als 7’’ veröffentlicht und findet nun als Re-Issue endlich den Weg auf das Full Length Album.

Insgesamt zeichnet sich das Album durch die große Vielfalt, die Lyrics, die Drums und mein Kopfkino mit JOURNEY aus. Im Ernst: BOYSETSFIRE haben hier noch einmal nachgelegt, machen Druck und zeigen, dass die Richtung vorne ist. Jeder der die Band kennt weiß, dass sie ein Live-Garant sind. Kauft das Ding. Und viel wichtiger: Geht zu den Shows! Don’t sit down. And listen to some fucking music!

 

Bis dahin könnt ihr das Album hier in verschiedenen Bundles als limited Editions vorbestellen:

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Charlotte

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