Plattenkritik

BRUCE DICKINSON - What does this button do?

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Info

Release Date: 22.01.2018
Datum Review: 26.03.2018
Format: Buch

BRUCE DICKINSON - What does this button do?

 

Autobiografien von Musikern sind immer eine schwierige Angelegenheit da Sie häufig zwischen unreflektierter Selbstbeweihräucherung oder zu detaillierten Beschreibungen diverser Exzesse pendeln. Zum Glück entspricht Bruce Dickinson schon von vornherein nicht dem 08/15 Metaller von der Stage: keine Tätowierungen, keine überbordenden Exzesse jeglicher Art und von Mr. Dickinson hört man sonst auch keine dumpf trven Metal Floskeln. Weiterhin hat der IRON MAIDEN Frontmann auch einiges abseits der Musik zu erzählen was die Autobiografie, die kürzlich unter dem etwas verwirrenden Titel „What does this button do?“ veröffentlicht wurde, spannend macht.

 

Das Buch selbst ist chronologisch aufgebaut und beginnt mit frühen Kindheit des Iron Maiden Sängers. Bruce arbeitet sich am Schulsystem ab, in das er nicht so recht reinpasste weil er zwar schlau im Kopf ist aber auf der anderen Seite seine Probleme mit diversen Autoritäten hatte. Nach den schulischen Eskapaden geht es über zu den ersten musikalischen Gehversuchen der Jugendzeit. Dabei lässt Bruce regelmässig mit einer gewissen sarkastisch geprägten Überheblichkeit durchblicken, dass er schon damals mit einem sehr gesunden Selbstbewusstsein ausgestattet war. So war er sich beispielsweise schon sehr früh sicher, dass er früher oder später bei Iron Maiden als Sänger starten würde. Was folgt sind ausführliche Anekdoten aus den Anfangstagen von Iron Maiden, die einen Eindruck in die interne Band- und Management-Chemie  (Rod Smallwood) geben. Beim Lesen dieser Buchteile wird man aber den Eindruck nicht los, dass hier ein sehr gehütetes Bild gepaart mit ein wenig Pathos transportiert wird. Im musikalischen Bereich des Buches sticht vor allem das Sarajevo Konzert der Solo Band von Bruce Dickinson hervor: eindringlich beschreibt Bruce wie sich die abenteuerliche An- und Abreise der Band während des jugoslawischen Bürgerkriegs gestaltete. Diese Reise hat glaubhaft und nachhaltig ihre Spuren hinterlassen.

 

Neben der Musik gibt es noch drei weitere Themen, die einen prominenten Platz im Buch einnehmen: das Fechten, die Fliegerei und am Ende seine Krebserkrankung. Ersteres wird immer wieder in diversen Kapiteln eingestreut und zieht sich fast als roter Faden durch das gesamte Buch. Der Fliegerei hingegen widmet Bruce einige dedizierte Kapitel, die zu den interessantesten und den lesenswertesten des Buches gehören. Der Kampf gegen den Krebs nimmt im Hinteren Teil des Buches einen kurzen Teil ein.

 

Zusammenfassend gehört die Biografie von Bruce Dickinson zu den besseren Musiker Biografien am Markt. Das liegt zum einen am Charakter von Bruce, der sich nicht auf ein Ding (Iron Maiden) reduzieren lässt und zum anderen an dem satirisch, kauzigen Schreibstil welcher das Buch stets wohldosiert zwischen Selbstironie und Ernsthaftigkeit pendeln lässt. Iron Maiden Fans können selbstverständlich bedenkenlos zugreifen. LeserInnen, die bisher wenig Berührungspunkte mit Maiden hatten, werden in jedem Fall gut unterhalten.

Autor

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Michael P.

Autoren Bio

Allschools Gründer und Programmierer

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