Plattenkritik

Back At Sea - Forecast The Storm

Redaktions-Rating

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Release Date: 01.09.2011
Datum Review: 05.11.2011

Back At Sea - Forecast The Storm

 

Vor einigen Monaten wünschte ich mir im Review zum aktuellen THE-TOURIST-Album, dass Metalcore etwas häufiger wieder so gespielt wird wie Ende der 90er - vor dem großen Hype und der Entwertung des Begriffs, vor der Anbiederung an der Göteborger-Schule. Da wirkt das tonträgertechnisch erste Lebenszeichen von BACK AT SEA ja fast wie sowas wie eine Antwort – auch wenn ich mir natürlich weder eine solche Wirkung auf die Szene zugestehen würde noch die Tatsache angesichts dessen realistisch erscheint, dass beide Veröffentlichungen ja doch ziemlich zeitnah erschienen sind. Und von so leidigen pseudojournalistischen Modellen wie einer „Revival-Welle“ zu sprechen scheint da ja (noch) ebenso albern. Besser so: Dann wirken Alben wie „Forecast The Storm“ ob ihres Exotenstatus ja umso besser.

Dabei ist „Forecast The Storm“ in erster Linie ein Grower. Der einen Ticken zu krampfhaft eingängig sein wollenden Opener oder das etwas einfallslose, wie aus der Konserve gegriffene Artwork mit klischeebelasteten Schriftzug stießen mir dabei auch zunächst ziemlich vor den Kopf. Doch wie das bei Growern eben so ist kommen dann eben die „anderen“ Momente, die den Blick auf das Geschaffene völlig verändern. Momente, wie der wunderschön herausgearbeitete, mehrstimmige Part in „A Perfect Silence“, mit der zum Mitsingen einladenden großen Zeile „We will never be ready, for this is too big for us“. Oder der ein- oder andere wunderschöne rein instrumentale Part, dessen innere Ruhe einen schönen Kontrast zu all dem POISON-THE-WELL-artigen Gestampfe und Getobe bildet – auch wenn die ja auch wussten, wie man tolle Kontraste herstellt. Jedenfalls sind es solche Momente, die „Forecast The Storm“ zu einer überraschend netten Angelegenheit machen. Dazu kommt noch der rohe Charme alter FROM AUTUMN TO ASHES, der die Emotion vor die Perfektion stellt – und damit fährt man auf so einer Platte natürlich weitaus charismatischer.

Natürlich: Ohne die Verbindung zu all diesen alten liebgewonnenen Alben und ohne diesen (derzeitigen) Exotenbonus würden BACK AT SEA viel von ihrem positiven Gesamteindruck einbüßen, denn innovativ ist das was diese Band hier spielt ganz bestimmt nicht. Nicht zu bestreiten sind aber die wirklich fühlbaren, kantig präsentierten Emotionen und die Kraft eben genannter Magic-Moments. Wie man das also alles bewerten will: Ein eindrucksvolles erstes Release ist „Forecast The Storm“ auf alle Fälle.

Tracklist:

1. Intro
2. Water And Sand
3. Atlantis
4. Still Breaking Roots In Vain
5. Heart On My Sleeve
6. A Perfect Silence - The Voice Of God
7. Shadows & Dust

Alte Kommentare

von Steven6666 07.11.2011 19:39

Die positive Kritik kann ich nicht teilen.

von Alice Cooper 07.11.2011 20:02

Poisen?

von jonsen 08.11.2011 02:25

hier gibt es die platte übrigens im stream....;) http://backatsea.bandcamp.com/album/forecast-the-storm

von Olivier H. 08.11.2011 10:45

@alice cooper: ah, vertippt. danke für den hinweis!

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Olivier H.

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"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed

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