Plattenkritik

Banner Pilot - Heart Beats Pacific

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Release Date: 25.10.2011
Datum Review: 25.01.2012

Banner Pilot - Heart Beats Pacific

 

Liebeskummer, Lebenszweifel. Hat man Freunde zugeheult und sich die Scherben zur Genüge vorgehalten, kann eine Überdosis Rotwein Wunder wirken. Und wie schon beim windgeschüttelten „Collapser“ glaubt man Nick Johnson jedes Wort. Das müssen diese „Midwestern Skies“ sein. Und wenn nicht die, dann die kühle und karge Heimat „Mill City“.

„Heart Beats Pacific“. Oder ehrlich und heartbeat specific? Die Band um Johnson, Kollege Nate Gangelhoff, Gitarrist Corey Aym und Schlagzeuger Danny Elston-Jones legt nach, wo „Write It Down“ 2009 mitreißend ausglühte: Zugleich melodisch und markant rau sind die elf Songs des Fat Wreck-Nachfolgers, die mit dem zügellos breiten „Alchemy“ die Hitdichte von null auf hundert hochkochen. Die Wogen haben sich in Sachen Stimme und Produktion leicht angeglichen, poppig oder poliert sind „Expat“ oder das aus dem Leben gegriffene „Red Lines“ inklusive „up there's where they say heaven lies - know it's just black clouds in a dirty sky“-Erläuterung trotzdem nicht die Spur. BANNER PILOT fauchen weiter mit abgeschlossenen Beschlußbeiträgen wie „Eraser“ oder dem rotzigeren „Forty Degrees“ zwischen Alltagsmelancholie und „Scheiß-drauf!“-Absicht – das können die Mannen aus Minneapolis schließlich seit Jahren immer besser.

Ballrund arrangierte Songs wie „Western Terminal“ fänden sowohl Platz auf dem Mixtape für die Angebetete als auch in der WG-Party-Playlist, alleine des Überohrwurms „Spanish Reds“ wegen lohnt sich hier die baldige Anschaffung. Was SCREECHING WEASEL oder freundliche DILLINGER FOUR aus Glanzmomenten zum Atmen überlassen (oder -ließen), werten BANNER PILOT überlegt mit eigenem Stempel und wahrheitsgetreuer Facette auf, lassen aber weder Kopiegedanken noch Zeitschleife abblättern. „Heart Beats Pacific“ verbleibt als Punkrock-im-und-von-Herzen-Werk in elf Akten, welches je nach Laune und persönlicher Anforderung mindestens mit „Collapser“ mithalten kann.
Die Winde ihrer Heimatstadt stehen gut für Nate, Nick und Co. Wenn die Kollegen sich zwischenzeitlich dort aufhalten würden, müssten sie nicht immer gleich zur Flasche greifen. Der spanische Rote jedoch ist genehmigt.

Trackliste:

01. Alchemy
02. Forty Degrees
03. Red Line
04. Spanish Reds
05. Eraser
06. Expat
07. Isolani
08. Calling Station
09. Western Terminal
10. Intervention
11. Division Street

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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