Plattenkritik

Beastmilk - Climax

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Release Date: 29.11.2013
Datum Review: 08.12.2013

Beastmilk - Climax

 

Wie Post Punk, nach dem Atomkrieg klingen könnte, zeigen BEASTMILK bereits vor einem solchen. Letztes Jahr schon wussten die Finnen mit ihrer EP „Use Your Deluge“ zu überraschen und legten die Messlatte für das erste Studioalbum sehr hoch. Alle Songs entpuppten sich als unglaubliche Ohrwürme und setzten sich in Windeseile im Hirn fest. Ob BEASTMILK dieses Niveau auf einem Langspieler halten könnten war fraglich. Nur ein Jahr später erscheint dieser nun mit „Climax“.
Aufgenommen wurde das Ganze bei Tausendsassa Kurt Ballou – Eine Mischung die im ersten Moment sehr seltsam erscheinen mag, ist der CONVERGE-Gitarrist sonst für gänzlich andere Musik bekannt. Sei's drum, seine Produktion passt perfekt zur Musik der Nordeuropäer und gibt ihr einen dunklen, fragilen Vibe, ohne ihr komplett die Wärme zu entziehen. „Climax“ klingt dadurch wesentlich aufgeräumter und klarer als „Use Your Deluge“, BEASTMILK gelingt es jedoch weiterhin ihre apokalyptische Atmosphäre zu vermitteln. Egal ob das eröffnende „Death Reflects Us“, das großartige „Nuclear Winter" oder die Hitsingle „Love In A Cold World“ – Zwischen all den süßlichen Melodien ist der Fallout zu spüren. Bei zehn Liedern müsste es normalerweise eine Nummer geben, die qualitativ ein wenig abfällt, diese sucht man auf „Climax“ jedoch vergeblich.
Musikalisch mögen sich BEASTMILK bei den Größen des Genres bedient haben, was ihr Schaffen jedoch so interessant macht, ist die ehrliche und ergreifende Unterton, der sich durch die gesamte Veröffentlichung zieht. Großen Anteil daran hat Sänger Kvohst (bekannt von seinen Beiträgen bei < Code > oder HEXVESSEL), dessen Gesangslinien sich schneller ins Gehirn fressen, als es einem lieb ist.
Man darf gespannt sein, ob BEASTMILK auch in Zukunft den Standard halten und so zielsicher Ohrwürmer schreiben können, oder ob sie, ähnlich wie KVELERTAK oder GHOST, ein nur noch „gutes“ Zweitwerk nachlegen.
Bis es jedoch soweit ist gilt: Apokalypse Now!

Tracklist:

01. Death Reflects Us
02. The Wind Blows Through Their Skulls
03. Genocidal Crush
04. You are Now Under Our Control
05. Ghosts Out of Focus
06. Nuclear Winter
07. Fear Your Mind
08. Love in a Cold World
09. Surf the Apocalypse
10. Strange Attractors

Alte Kommentare

von wololooo 09.12.2013 12:18

Wertung und insbesondere den Einleitungssatz unterschreib ich. Der "Atomkritik" schallt wirklich aus allen Ecken. ;)

von Mastei 09.12.2013 16:22

-.-" Danke.

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Manuel

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Ich schreibe Artikel. Manchmal schlecht, manchmal gut, immer über seltsame Musik.

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