Plattenkritik

Beat! Beat! Beat! - Lightmares

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Release Date: 22.10.2010
Datum Review: 02.11.2010

Beat! Beat! Beat! - Lightmares

 

Viersen, Niederrhein, plattes Land. Da kann man morgens sehen, wer nachmittags zum Kaffee reinschneit. Ist nicht gerade bekannt für diese Art von Musik wie sie BEAT! BEAT! BEAT! vorlegen. Krefeld liegt direkt um die Ecke und brachte BLIND GUARDIAN und JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE nach vorne. THE FOG JOGGERS gelten als eine weitere neue Hoffnung aus der Gegend. BEAT! BEAT! BEAT! fehlt im Namen auf jedenfall das „The“. Soviel sei mal gesagt. Nicht alles was vom platten Land kommt, muss nach Scheunendisko klingen.

Das Debut „Lightmares“ fängt schon fast ziemlich stilsicher im Sinne BRAIDS an. Da ziehen die Gitarren den Hörer mit „Hard To Cherish“ sanft aus dem Koma, wenig Verzerrung, viel Betonung auf den einzelnen Saiten. Zu „We Are Waves“ möchte man wohlwollend das Tanzbein schwingen und fühlt sich freundlich an THE WHITEST BOY ALIVE erinnert. Die Bierflaschen im Studio spielen ihre Rolle.

Dennis Scheider seines Zeichens Ex- Gitarrist von MUFF POTTER hatte die Regler ieben jenem in Berliner zwischen den Fingern. Doch es tönt gar nicht so besonders danach, eher merkt man, dass ein Erstlingswerk von Menschen zusammengeschweißt wurde, welche Ahnung, Feingefühl und die notwendige Erfahrung mit dem Medium haben. Ein Glück. Den Garagen- Proberaum- Horizont haben BEAT! BEAT! BEAT! definitiv gesehen und schon hinter sich gelassen. Sie haben im synthetischen und menschlichen Soundcomputer einen Haufen Zeug gesammelt und bilden daraus nun mehr als die Summe der einzelnen Teile. Und das im zarten Alter von um die 20. Wen die mal nicht mit dem silbernen Notenschlüssel auf die Welt gekommen sind. „You´re Designer“ stampft durch die Gegend als wäre es die neue Hymne der allzeit sichtbaren Hipster. Da geht es auch mal synthetischer.

Hatten wir nicht gerade TRIP FONTAINE abgefeiert? BEAT! BEAT! BEAT! können das auch. Nicht ganz so klangvoll, aber die Richtung stimmt. Und auch DREDG will man einmal mehr erwähnt wissen. „Stars“ sphärisch, wie der Name schon andeutet, des Sängers Part aber bei Weitem nicht so ernsthaft wie Gavin Hayes. „Too Short To Bide“ die Ode an THE STROKES und dabei wollen wir es mal belassen. „Bravery“ eine nicht zu schnulzig geratene Ballade, die noch den nötigen Drall hat, um sich bequem zwischen Entspannung und durch den Tag gleiten einzunisten. Danach werden die Gitarren mit „Fireworks“ wieder nach oben gezogen. Fast wie auf der Kirmes: das macht Spaß, das hebt die Stimmung, jetzt geht’s nochmal rund hier!

Die traditionsbewusste Indieszene kann das Konzertoutfit definitiv schonmal zum Lüften aus dem Schrank holen. Was Anfang der 2000er groß abgefeiert wurde bekommt nun würdigen Nachwuchs. BEAT! BEAT! BEAT! erfinden das Rad zwar nicht neu, sind aber auf jeden Fall den ein oder anderen Lauscher mehr wert. Ohren auf für Ohrenschmaus! Eine wahre Freude.

Tracklist:
1.Hard To Cherish
2.We Are Waves
3.Graveyard
4.You´re Designer
5.Stars.
6.Too Short To Bide
7.Bravery
8.Fireworks
9.See It Glisten
10.Lightheavy Rapture

Autor

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Jule

Autoren Bio

wäre gern teil einer postfeministischen emopunkband/ verbalprimatin/ kuchenveganerin/ ich kann mir keine songtitel merken, selbst die meiner lieblingssongs vergesse ich.../ ich bin nicht betrunken, ich bin immer so/ fraujule.blogspot.de

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