Plattenkritik

Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 09.05.2014
Datum Review: 08.05.2014

Being As An Ocean - How We Both Wondrously Perish

 

Das Debüt „Dear G-D“ von BEING AS AN OCEAN war einer dieser leider recht seltenen Momenten, in welchen man eine neue Band entdeckt, von ihr richtig gepackt und so in den Bann gezogen wird, dass die nächsten Wochen das Album immer und immer wieder rauf und runter läuft. Aufgrund der Tatsache, dass es nicht nur mir, sondern noch vielen weiteren Menschen so ging, dass sie von BEING AS AN OCEAN gepackt wurden, erlebte die Band seit dem Release von „Dear G-D“ und den darauf folgenden Touren einen doch relativ rasanter Aufstieg vom Newcomer zu einem richtig angesagten Act. Auch wenn die Band oftmals für ihre Live Qualitäten gepriesen wird, konnten mich die Jungs im vergangenen Jahr live jedoch nicht zu 100% überzeugen. In der Zwischenzeit gab es im Übrigen auch Besetzungswechsel an Schlagzeug und Rhythmus Gitarre.

Verdammt gespannt war ich auf den Nachfolger des hochgelobten „Dear G-D“., welcher in Europa über Impericon Records veröffentlicht wird. Die ersten Gedanken, welche mir nach wenigen Takten, im Kopf herumschwirren, beziehen sich auf den Sound. Was ist aus dem typischen BEING AS AN OCEAN Sound geworden, welcher sich irgendwo zwischen akustischen und verzerrten metallischen Klängen bewegte, aber immer differenziert und alles andere als ein verzerrter Einheitsbrei war. Auch eines DER Merkmale von BEING AS AN OCEAN für mich, so dass ich schon ein wenig irritiert, um nicht zu sagen enttäuscht bin, dass der Sound auf „How We Both Wondrously Perish“ zwar absolut perfekt produziert, aber einfach Mainstream und alles andere als speziell oder eigen ist. Dennoch hat schon „Mediocore Shakespeare“ viele von den weiteren Merkmalen zu bieten, welche BEING AS AN OCEAN zu einer besonderen Band machen. Auch wenn der Sound sich geändert hat, findet immer noch ein Wechselspiel zwischen geradlinigen melodischen Rhythmus Parts und ruhigen akustischen Momenten statt, welche durch das variable Organ von Joel immer noch verstärkt werden. Überhaupt spielt Joel natürlich noch immer eine übergeordnete Rolle, sein Gesang, wie auch seine oftmals nur gesprochenen Worte, sprühen gerade nur so vor Emotionen und so wird die jeweils musikalisch erzeugte Stimmung noch mit Nachdruck unterstrichen. „Death's Great Black Wing Scrapes The Air“ist so ein Song, der in typischer BEING AS AN OCEAN Manier beginnt, leicht melancholisch klingende, minimal verzerrte Gitarrenklänge, bevor der Rest der Band relativ wuchtig mit einsteigt. „L'exquisite douleur“ ist einerseits verdammt melodisch und hat einige sehr schöne Gitarrenriffs zu bieten und wieder wird zudem mit diversen Stimmungen gespielt.. Melancholisch bis hoffnungsfroh, diverse Lautstärken, teilweise nur mit Gesang, teilweise mit der kompletten Breitseite gespielt. Der Gesang von Joel in der Art und Weise wie dieser vorgetragen wird, hat für mich immer noch ein wenig was von Predigen. Lyrics liegen mir nicht vor, es ist aber natürlich zu erwarten, dass hier wiederum die ein oder andere christliche Botschaft verbreitet wird. Dem muss man natürlich offen gegenüber sein.

„ How We Both Wondrously Perish“ ist ein wirklich gutes Album geworden, kein Überflieger, aber doch ein überdurchschnittliches Album mit jeder Menge Gefühl und Energie. Die Fangemeinde wird weiter wachsen, so viel ist sicher. BEING AS AN OCEAN haben nichts wirklich Neues gemacht, berufen sich viel mehr auf ihre Stärken.

Trackliste:
1. Medicore Shakespeare
2. Death's Great Black Wing Scrapes The Air
3. L'exquisite douleur
4. How We Both Wondrously Perish
5. The Poets Cry For More
6. We Drag The Dead On Leashes
7. Even The Dead Have Their Tasks
8. Grace, Teach Us What We Lack
9. Mothers
10. Natures

Alte Kommentare

von xandyx 09.05.2014 22:09

unfassbar gutes album! gefällt mir besser als der vorgänger. da melodiöser und etwas direkter. die neuen clean passagen sind richtig catchy. anwärter auf das album des jahres! 10!

von a. 10.05.2014 11:32

bin auch leicht enttäuscht über das, was auf den von mir über alles geliebten vorgänger folgt. immernoch richtig starke momente, aber das einzigartige ist etwas dem mainstream-sound gewichen. zu viel cleaner gesang, zu viel nach vorne. schade.

von Ruschi 28.05.2014 07:16

Erschließt sich mir nicht. Ist irgendwie so christlicher Melodic Hardcore, wo man allerdings die ganze Zeit wartet, dass es endlich losgeht. :D

Autor

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Felix M.

Autoren Bio

ruhiger, bodenständiger Zeitgenosse

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