Plattenkritik

Between Borders - Asymmetrical Edged Wonderland

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Release Date: 07.09.2012
Datum Review: 20.08.2012

Between Borders - Asymmetrical Edged Wonderland

 

Ben Yates ist jung, energisch und musikvernarrt. Außerdem scheint er nicht mehr ganz bei Trost: Karriere nimmer, Heimatland nimmer. Die neuen Punkte auf der Tagesordnung des 24-jährigen sollen ab dato ein Wohnsitz in Deutschland und die Frontmannfunktion in einer lauwarm duschenden Indiepoppertruppe sein. Mission accomplished.

Wobei Yates stets einer der letzten auf der Tanzfläche sein könnte: Als ehemaliger Triathlonprofi der heimischen Nationalmannschaft dürfte der junge Mann aus der Nähe von Sydney eine sagenhafte Kondition ans Tageslicht befördern, die in wenigen Teilen auch auf „Asymmetrical Edged Wonderland“ zutrifft: Die Australien-Deutschland-Connection poppt sich von stachelig bis funky durch „Decorate“ oder „Misunderstanding“ und erinnert zwischen synthetischen Drums und heller Gitarre mal an die muntere Note der KOOKS, dann doch wieder an THE HIVES auf Johanniskraut. „Mars“ steppt sich früh und munter von Melodie zu Tanzbarkeit und zieht mit seiner gepflegten Naivität Parallelen zu den hochglänzenden Werbeclips eines angesagten Computerherstellers.
Von einer möglichen Pokalbewertung jedoch sind BETWEEN BORDERS nicht nur des (grundschülerhaften) Bandnamens wegen weit entfernt. Yates, sowie seine „lokalen“ Mitverantwortlichen (Düsseldorf/Köln) Julian Benner an der Gitarre, Drummer Lukas Heerich und Oliver Vogel an Bass und Backingvocals gehen etwas gehemmt, doch dabei eigentlich clever und vielseitig vor: „Asymmetrical Edged Wonderland“ nennen sie das, ecken mit vierzehn Songs in knapp fünfundvierzig Minuten unverdrossen an New Wave-Einschläge und 80er-Elektroschauer an, würden aber auch neben befreitem Kollegenpop wie dem von KRAFTKLUB eine lebendige Figur abgeben. „Climb“ will weiter hinaus, als es ihm gestattet wird - „A World Away“ bleibt später ausgehungert auf halber Strecke zurück und unterfüttert bloß die Absicht des Quartetts, auf Albumlänge wirklich zu bewegen.

„Run Run Run, As Fast As You Can, You Can´t Stop Me I´m The Gingerbread Man“ oder „Tick Tock, Listen To The Clock – No Matter What You Do, It´s Never Gonna Stop“ („Stuck In The Limbo“) lauten die Erkenntnisse aus der Feder von BETWEEN BORDERS , die zunächst die Augenlider strapazieren dürften – doch mit weiteren Hörproben Schwung und Charakter mitunter zunehmen lassen. Der internationale Vierer tippelt noch vorsichtig und auf Zehenspitzen durch den menschenleeren Club – gerade zehn Minuten nachdem dieser seine Tore geöffnet hat. Würde „Asymmetrical Edged Wonderland“ bloß die rettende Hauruck-Aktion zur Hilfe eilen könnte das Szenario unter dem Mitklatschen tausender medienverliebter Club-Mate-Kids seine wahre Blütezeit erleben. Und somit vielleicht auch die Bestimmung, von der Yates nach jeder Bandprobe träumt.

Trackliste:

01. Decorate
02. Mars
03. Dancing Behind My Back
04. Misunderstanding
05. Sidewalk
06. A World Away
07. Run Run Run
08. Stuck In The Limbo
09. Free
10. Climb
11. Sticks And Stones
12. Pick Me Up
13. Morning Call
14. Secretly

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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