Plattenkritik

Beyond The Shore - Ghostwatcher

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Release Date: 29.03.2013
Datum Review: 24.03.2013

Beyond The Shore - Ghostwatcher

 

BEYOND THE SHORE gehören zu der neuen Brut des technischen Metalcore. Auch sie sind talentiert, technisch versiert und präsentieren dieser Tage ein äußerst professionelles Debüt. Leider gehören sie damit aber auch eher zu den austauschbaren Mitschwimmern eines Trends, der so allmählich an seine Grenzen stößt.

Langsam aber sicher quillt die Shirt-Schublade mit den schwarzen Shirts und seinen neonfarbigen Bigprints über. Wo die Summerian Größen wie BORN OF OSIRIS, VEIL OF MAYA oder AFTER THE BURIAL fein sortiert und glattgebügelt schon vor Jahren ihren Platz gefunden haben, wollen nun auch die Metal Blade Neulinge BEYOND THE SHORE hin. Nach dem Motto: Besser gut kopiert, als schlecht selbst gemacht“ offenbart sich „Ghostwatcher“ in seinem Erstkontakt, wobei sich diese übertriebene Anfangskritik beim genaueren Hinhören nicht so extrem erhärtet. Klar, bedient sich das 2008 gegründete Quintett aus dem reichhaltigen Fundus des technischen Metalcore. Auch bei ihnen trifft das typische Djentriffing auf steriles und staubtrockenes Drumgehacke, und findet in sphärischen Gitarrenleads seine melodische Untermalung. Summiert mit den üblichen Soundeffekten gelangen die zehn Tracks auf „Ghostwatcher“ an ihr ersehntes Ziel.
Dennoch sind BEYOND THE SHORE bemüht, neben den bekannten, stereotypischen Merkmalen des Genres, ihre eigene Duftmarke zu hinterlassen. Gerade in den Vokals ergänzt man das monotone Gebrüll und die dezent eingestreuten Gangshouts mit cleanen Gesangsparts, in den sich unter aller Klangsterilität so etwas wie Menschlichkeit heraus spiegelt. Auch die Gitarren bewandern ab und an melodische Pfade, die man so nur im New School HC zu hören bekommt.
So könnte man schon die Vermutung aufstellen, dass der Fünfer mit seinem Debüt versucht, diesen beiden gerade so aktiven Lager auf eine gemeinsame Ebene zu bringen. Sollte sich dies tatsächlich als der Masterplan heraus stellen, wäre es für BEYOND THE SHORE bei einem eventuellen Nachfolger jedoch ratsam, diesen Masterplan noch deutlicher heraus zu spielen. Denn sonst ist ihr Name schneller vergessen, als ihnen lieb ist.

Trackliste:
1. Dividers
2. Half Lived
3. Transitions
4. Homewrecker
5. Glass Houses
6. Milestone
7. Dreamkiller
8. Visions
9. Breathe on Ice
10. Ghostwatcher

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Mulder

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