Plattenkritik

Black God - Three

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Release Date: 24.09.2013
Datum Review: 01.11.2013

Black God - Three

 

Sich als Musiker einer selbst auferlegten Restriktion zu unterwerfen, ist entweder dumm oder in besonderer Weise mutig. In jedem Fall aber heisst es, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Wenn es also ein Experiment wäre, sollten wir es dann als gelungen abstempeln oder gescheitert?

Betrachten wir doch zunächst die auf der Hand liegenden Fakten. Das Quartett aus Kentucky ist seit 2010 aktiv und mit vorliegender 7inch gibt’s den bereits dritten Output auf die Lauscher. Von einem richtigen Longplayer können wir allerdings auch bei „Three“ nicht sprechen, denn nun kommen wir zu dem von der Band selbst auserkorenen Glaubensbekenntnisses, welches da heisst: kein Song über zwei Minuten, auf keiner Platte mehr als sechs Songs und als Format ausschliesslich 7inches. Das schränkt sowohl die potentielle Zuhörerschaft ein und gibt somit eine gewisse Limitierung durch Exklusivität vor. Zugleich schränkt diese bewusste Herangehensweise auch ein Stück weit die eigene Kreativität ein. Oder?

Die Antwort hierauf ist ein klares Jein. BLACK GOD erfinden das Rad weder neu, noch verleihen sie ihm einen eigenen Farbton. Aber muss das denn? Vielleicht hinkt der Vergleich, aber wenn unsereins sich morgen ein Fahrrad kaufen wollte, müssten da auch nur zwei stinknormale Räder montiert sein. So wie man sie halt kennt. Und neben den Rädern braucht's eben auch noch eine Kette, die darf nicht fehlen und sollte stets gut geölt sein, denn ansonsten fällt das mit der Fortbewegung flach.

Und genau die funktioniert bei den vier Herren. Und das Erfreulichste an der Platte ist ihre Schlichtheit. In einem sehr lebendigen und organischen, weil nicht überproduzierten Sound präsentieren uns BLACK GOD ihre Mischung aus BLACK FLAG und NEGATIVE APPROACH, garniert mit teilweise politischen Texten, die so angenehm weit weg von dem ganzen stupiden Die-Hard-Core-Gepose sind wie sie eben nur sein können.

Aber der kleine Longplayer braucht mehr als einen Durchläufer, um zu zünden, um diese kleinen Punkperlen zu offenbaren, die sonst bei anderen Bands vielleicht bereits nach den ersten 30 Sekunden zu erkennen sind. Und da spreche ich im Falle von „Three“ genau von drei Songs, nämlich „Rank And File“, „Washington“ und „Womb To Knife“.

Diese 7inch ist also genau das Richtige für Leute, die gerne mal die alten Helden auf den Plattenspieler werfen und sich an einfachen, aber guten Songs erfreuen, weil sie eben mit genau diesem Sound groß geworden sind und auch gerne in Nostalgie schwelgen.
Den großen Durchbruch in Sachen Bekanntheitsgrad werden BLACK GOD aber wohl leider nicht schaffen, das dürfte Ihnen zwar ziemlich egal sein, ist aber auch teilweise der eingangs angesprochenen selbst auferlegten Limitierung geschuldet.

Tracklist:
1.Ghost In You
2.Won't Kiss The Ring
3.Rank And File
4.The Trick
5.Washington
6.Womb To Knife

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Markus L.

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Wenn mich interessieren würde, was andere über mich denken, könnte man sicherlich mit mir über meine Einstellung und den ganzen Bla diskutieren. Tut es aber nicht, ergo kann man es sich auch ersparen. Beratungsresistent eben!

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