Plattenkritik

Black Tusk - Passage Through Purgatory (Rerelease)

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 24.05.2011
Datum Review: 27.05.2011

Black Tusk - Passage Through Purgatory (Rerelease)

 

BLACK TUSK könnte man schnell als „die Stumpfen“ des Savannah-Bermudadreiecks KYLESA, BARONESS und eben BLACK TUSK bezeichnen. Während die anderen beiden den hauseigenen, typisch effektbeladenen Sludge-Sound noch auf ihre Art recht progressiv fahren, sind BLACK TUSK, nun ja, die Wilden. Die, die mit dem Kopf durch die Wand gehen, die, die ohne große Vorarbeit direkt straight nach vorne gehen. Eines stimmt dabei ganz sicher: BLACK TUSK sind in der Tat in erster Linie energisch. Und wie! Allerdings können auch BLACK TUSK tiefer bohren.

Ihr nun auf Relapse wiederveröffentlichtes (und dazu komplett neu verpacktes und gemastertes) Zweitwerk „Passage Through Purgatory“ stellt das eindrucksvoll unter Beweis. Atmosphäre gibt es beispielsweise ganz offensichtlich in Nummern wie „Call Of The Sewer Rat“; einem Instrumental, indem ein dröhnendes, und später immer mehr in Gitarreneffekten untergehendes Riff ganz ähnlich wie in einem typischen KYLESA-Song eine sogartige Atmosphäre erzeugt. Andererseits gibt es – weniger offensichtlich, aber eben doch fühlbar – in so nach vorne preschenden Stücken wie „End Of Days“ ordentlich Substanz. Neben der vordergründigen Härte gibt es hier beispielsweise beschwörend-rhythmisches Drumming, hypnotische Slides auf den Gitarren, sich überschlagende, wie vom Teufel überfallene Stimmen, und natürlich wieder: diese typischen Gitarren mit all ihren Effekten, die dank ihres gekonnten Einsatzes schon ganz alleine eine unheimliche Atmosphäre auslösen.

Ansonsten machen BLACK TUSK aber auch einfach nur guten Krach. „Falling Down“ ist da ein perfektes Beispiel: Ein verdammt starker und super nach vorne gehender Start mit schön darin übergehenden, aber immer noch wuchtigen Tempowechseln, bei denen einen wieder bewusst wird das BLACK TUSK ihre Wurzeln eben vordergründig im (Hardcore-)Punk haben.

Durch diese ganz eigene Interpretation des Savannah-Sounds sollten BLACK TUSK deshalb nicht vergessen werden, wenn man wiedermal vom so besonderen Stil von Bands wie BARONESS oder KYLESA spricht. „Passage Through Purgatory“ ist dazu die beste Möglichkeit, dieses Vergessen zu beseitigen.

Tracklist:

1.Witch's Spell
2.Fixed In The Ice
3.Mind Moves Something
4.Interlude
5.End Of Days
6.Prophecy One By One
7.Falling Down
8.Breaking The Backs Of Men
9.Call Of The Sewer Rat
10.Beneath
11.Fatal Kiss

Autor

Bild Autor

Olivier H.

Autoren Bio

"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed

Suche

Social Media