Plattenkritik

Blainbieter - Nicer Dogs

Redaktions-Rating

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Release Date: 30.01.2009
Datum Review: 25.02.2009

Blainbieter - Nicer Dogs

 

Zunächst: Die Produktion ist großartig. Transparent und doch kräftig. Saftig, aber durchzogen von trockenen Strukturresten, die Hörer-Orientierung ermöglichen. Vordernd, da mehrdimensional angelegt. Dann: Überfordernd, da überambitioniert vorgelegt. Song zwei, ein verkappter Rocker, quält mit lakonischer Hysterie und trägt durch ein stoisches Schlagzeug. Attributbeschreibungen, die auch den übrigen Songs stehen. Als würde man Tarantella auf einer Vulkanklippe tanzen.

Schnell wird klar, dass die Schublade Indierock zu klein, die Kategorie Alternative zu vage, und sämtliche Core-Bezeichnungen völlig unsinnig sind. Aber besticht "Nicer Dogs" (hä?!?) auch durch etwas anderes als Differenz? Entsteht die Bedeutung dieser Platte aus ihrer Andersartigkeit oder führt sie diese im Kontrast zum größeren Rest von Pop und Musik völlig ad absurdum? Glück gehabt, denn mit weiteren Hördurchgängen kann man sich dem Drang zu kapitulieren dann doch entziehen. Was bleibt ist eine völlig verstellte, aber dadurch sehr schöne, unabhängige Schranzrockplatte, deren selbstgenügsamer Ästhetizismus zur richtigen Zeit ein fatal-infernalisches Hörerlebnis zu schaffen vermag. Perfekt für den Sonntag nach einer Woche in der Psychosomatischen Tagesklinik.

Tracks:

1. Nicer Dogs
2. Jackie
3. Tonight
4. Some People Say
5. Alpen
6. Fin2
7. Jackies Cousine
8. Broken
9. Mama Ben
10. Crow
11. Fin1
12. Crazy Horst

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Sebastian K.

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