Plattenkritik

Blaqk Audio - Bright Black Heaven

Redaktions-Rating

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Release Date: 21.09.2012
Datum Review: 17.09.2012

Blaqk Audio - Bright Black Heaven

 

Keine Sonne zu sehen am „Bright Black Heaven“. Und zugegebenermaßen doch ein fairer Zug von Jade Puget und Kollege Davey Havok: Sich selbst, der eigenen Band und der anderen eigenen Band mal Zeit zum Atmen gestatten. Obwohl der Nachfolger von „CexCells“ eigentlich auch komplett ohne Sauerstoff existieren könnte.

Vieles lässt oder lies sich mit AFI bereits abfrühstücken, aber die innige Liebe für Elektro, Industrial oder Gothpop lauert immer noch tief in den beiden Mägen von Havok und Puget aka. BLAQK AUDIO. „Fade To White“ oder „Let´s Be Honest“ allerdings klingen eher wie eine dröge Remix-Version der Hauptband, die nach musikalischem Kochwaschgang mittlerweile so viele Preise und Dollar abräumt, dass sich „Bright Black Heaven“ keine Sorgen um eine umfassende Krankenversicherung machen braucht. Havoks Stimme wimmert und summt unverkennbar, während „Cold War“ mit billigem Beat und fader Melodie zuerst an Eurodanceinfarkte erinnert. „Deconstructing Gods“ nimmt etwas mehr Raum in Anspruch, trotzdem schwebt weder Schönheit noch die berührende Hand aus der Wolkendecke herbei und rührt Leben in die zwölf Songs ein.

Die Synthesizer kämpfen gegen zu kalte Sounds, „Bliss“ traut sich trotzdem Emotion, dann sogar Tiefe, wird aber im nächsten Moment von „Bon Voyeurs“ und dessen kantiger Formatmaske wieder in den Sitz gedrückt. „Bright Black Heaven“ balanciert unaufgeregt zwischen „lieblos“ und einem reichhaltigen aber ausgetrockneten Soundspektrum – und könnte zum Großteil auch von einem engagierten ProTools-Anfänger zusammengekleistert worden sein.
Da hilft das nahende Ende wenig: Mit „Say Red“ erreichen BLAQK AUDIO kurz vor dem Einparken und Motor abstellen noch ihr persönliches Peinlichkeitshoch: Mit hibbeliger 90er-Jahre-Strandbar-Techno-Säule, lächerlichen Textfetzen und errötender Pianobridge macht das US-Duo aus den knapp vier gefühlte zwanzig Minuten Fremdscham und notiert sich nebenbei hoffentlich heimlich, die „echten“ Songideen für´s Rockbandgelage aufzusparen.
Dort können Fehltritte und Unfälle wenigstens immer der verstimmten Gitarre oder dem zu großen Schluck Lampenfieber-Schnaps untergejubelt werden.

Trackliste:

01. Cold War
02. Fade To White
03. Faith Healer
04. Deconstructing Gods
05. Everybody’s Friends
06. Let’s Be Honest
07. With Your Arms Around You
08. Bliss
09. Bon Voyeurs
10. The Witness
11. Say Red
12. Ill-Lit Ships

Alte Kommentare

von rulle 17.09.2012 16:08

oh mann, das klingt übel... Dabei hab ich mich echt auf den Nachfolger gefreut, aber das wird wohl ein Album zum Abgewöhnen werden.

von spargel 01.02.2013 12:17

I miss the old AFI!

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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