Plattenkritik

Blickfeld - Aus´m Stand

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Release Date: 14.03.2008
Datum Review: 19.03.2008

Blickfeld - Aus´m Stand

 

„Drei Ecken sind ein Elfer und den dann aus´m Stand!“ Wer erinnert sich nicht noch gern an die alten Bolzplatz-Regeln mit denen Fußball einfach war? Kurze Einleitung für alle Anti-Bolzer: Aus´m Stand heißt, den Elfmeter ohne Anlauf zu schießen, was mitunter ganz schön schwer war. “Aus´m Stand” ist auch der Titel des neuen BLICKFELD-Albums und den Elfer, den die 4 Braunschweiger hier verwandeln, fliegt nicht besonders hart, aber platziert halbhoch, in die rechte Torecke. Sicherlich kein technisches Meisterstück, wie Ribery´s Elfmeter gegen 1860, aber auch keiner wie Baggio 1994 im WM-Finale, dennoch schwer zu halten.

Das Album „Aus´m Stand“ dauert in etwas so lange wie eine Halbzeit und ist ein klasse Spiel mit allem, was das rockende Fußballherz höher schlagen lässt: Geboten wird hier ein ehrlicher, hausgemachter und frischer Mix aus gitarrenorientiertem, alternativem, melodischem und deutschsprachigem Rock, bei dem die punkigen Einflüsse das Salz in der Suppe sind. Genau diese sind verstärkt im ersten Track „Blickfeld“ zu finden, gibt die Mannschaft doch sofort Vollgas und spielt ein treibendes Punk-Pressing, welches an WIZO oder DIE ÄRZTE erinnert.

Wie immer hat auch ein gutes Fußballspiel einige Längen, kann man doch nicht immer das Tempo so hoch halten. Was aber das Album wieder in den Top-Spiel-Bereich zurückholt, sind die immer wieder auftauchenden, super herausgespielten Aktionen: „Keiner da“, in dem es über einen Knastaufenthalt geht, beginnt eher verhalten ruhig erzählend (Dazu fällen mir die strategischen Worte eines alten Jugendtrainers ein: „Den Gegner einlullen…“), um dann gegen Ende als punkige Rakete abzugehen („…und dann einen schnellen Konter fahren.“).
Daumen hoch!

Tracks:
01. Blickfeld
02. Das ist Musik
03. Weg von hier
04. v.v.v.
05. Was ist los?
06. Neu gestartet
07. Kein Liebeslied
08. Keiner da
09. Weltverflucher
10. Die ganze Welt
11. Rockstar
12. Es gibt dich nicht mehr
13. Das Ziel

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Benjamin K.

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