Plattenkritik

Blood Red Shoes - Fire Like This

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Release Date: 26.02.2010
Datum Review: 10.03.2010

Blood Red Shoes - Fire Like This

 

Nicht erst seit gestern hat das Duo als kleinstmögliche Bandkonstellation in der Pop- und Rockwelt wieder so einiges mitzureden. Mal ganz abgesehen von den WHITE STRIPES: da ging so einiges, die letzten Jahre und Monate. Die traumhaften Geschwister TEGAN & SARA hier, das Zwei-Mann-Supergroup-Gespann BROKEN BELLS und irgendwo lärmen sich ja auch noch LIGHTNING BOLT um die Peripherie zwischen Rock und Geräuschkulisse herum.

BLOOD RED SHOES mögen mit diesen Schwergewichten noch nicht mithalten können, dürfen aber mit Fug und Recht behaupten: Man kennt sie. Irgendwie. Irgendwoher. Höchstwahrscheinlich von einem ihrer zahlreichen Festivalauftritte innerhalb der vergangenen zwei, vielleicht auch drei Saisons. So genau weiß man das nicht, denn ehrlicherweise muss man auch sagen: BLOOD RED SHOES sind genau das, was die vorangegangen Sätze andeuten sollten. Eine Festivalband eben.

Diese ganz besondere Spezies im Kosmos der zeitgenössischen Musik zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie zumeist recht gefällige Songs im vergleichsweise engen Korsett des Midtempo-Rocksongs schreibt, zu denen die Masse gefällig die Köpfe schütteln darf, ab und an mitklatscht und schlußendlich wieder gen Zeltplatz torkeln darf, um noch vor 18 Uhr den Biervorrat zu vernichten und sich die Erinnerung an das eben gesehene auch schon wieder aus dem Gedächtnis zu löschen.

Man sollte aber fair bleiben: BLOOD RED SHOES beherrschen dieses Spiel. Kein Wunder, schließlich sind sie damit so groß geworden, wie eine solche Band nun eben werden kann, wenn sie die Regeln beherzigt. „Fire Like This“ mag keinen Flächenbrand auslösen, doch ein Song wie der Opener „Don't Ask“ hat zumindest das Potenzial, die örtliche Feuerwehr und ihre Löschfahrzeuge auf den Plan zu rufen, um bei 30°C im Schatten zumindest vor der Bühne für die nötige Abkühlung zu sorgen.

Die dürfen dann auch gerne da bleiben, denn wirkliche Schwächen gönnen sich die Dame am Mikro und der Gitarre und der Herr am Schlagzeug und ebenfalls am Mikro nicht. Wirkliche Stärken leider auch nicht. Gefällig ist das alles ja und sogar bis zu einem gewissen Grad abwechslungsreich. Nur eben von allem nicht genug, um längerfristig in Erinnerung zu bleiben oder irgendwann gar ganz oben mitzumischen. TEGAN & SARA haben schlichtweg die größeren Hits, THE SUBWAYS, noch so eine Festivalband, im Zweifel dann immer noch den härteren Arschtritt und wenn beim abschließenden „Colours Fade“ versucht wird Fräulein AUF DER MAUR einen potenziellen Song ihres längst überfälligen zweiten Albums zu entwenden, lacht sich diese eh nur ins Fäustchen. Möchte ich jedenfalls hoffen...

So also werden BLOOD RED SHOES vermutlich letztlich doch nur eine Randnotiz im Nachmittagsprogramm der einschlägigen Festivals bleiben, die man aus Langeweile mal mitnimmt, die einem möglicherweise sogar eine nette halbe Stunde bereitet, jedoch spätestens nach dem nächsten Rausch auch schon wieder vergessen ist. Wir sehen uns...



Tracklist:

1. „Don´t Ask“
2. „Light It Up“
3. „It Is Happening Again“
4. „When We Wake“
5. „Keeping It Close“
6. „Count Me Out“
7. „Heartsink“
8. „Follow The Lines“
9. „One More Empty Chair“
10. „Colours Fade“

Alte Kommentare

von stabilo 01.04.2010 11:36

Light It Up und Count Me Out sind einfach tolle Songs. Und ich denke dass die beiden durchaus mehr drauf haben als Langweile bei einem Festival zu vertreiben ;)

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Manuel F.

Autoren Bio

Eher so der Kumpeltyp.

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