Plattenkritik

Bloodlights - Stand Or Die

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Release Date: 20.05.2013
Datum Review: 19.05.2013

Bloodlights - Stand Or Die

 

Eine ganze Weile lang scheint kaum noch Gefahr von skandinavischen Gitarrenbands auszugehen. GLUECIFER sind Geschichte, im Konsortium bröckelt und zittert es - der Nachwuchs schmückt sich nicht selten lieber mit Indierock oder Elektromode. "Stand Or Die" gedenkt dem gehobenen Haupt in schlechten Zeiten.

BLOODLIGHTS haben weitaus mehr gesehen als mancher Nachzügler. "10 Times" bietet so zum Beispiel lückenlose Nachhilfe in den Fächern "Gitarrensolo", "Stonerkante" oder "Garagenpunk". Dank besagter Wurzeln klingt der Schweinerock der Band aus Oslo auch bei "Shit For Gold" rund, entgratet und bauchig wie etwa alte TURBO A.C.'s - und lässt den Jeanskuttenfetischisten spätestens mit den Sleazermomenten von "Blackouts And Landmines" blind das Visum für die norwegische Überholspur verlängern. Gelegentlich verheddern sich BLOODLIGHTS auf ihrem dritten Album in den Tiefen des Scheuklappenstrudels, was surfende MOTÖRHEAD ("Stand Or Die") oder die benetzten "Alles-auf-eine-Karte"-Riffs während "I Got Mine" jedoch stets glimpflich zu beenden wissen.

Angst vor Blaupausenbeef oder Szenegepuder haben weder Captain Poon himself noch der tiefhängend präsentierte Arschtritt seiner Blutleuchten, die sich mit der mal spacigen, mal garagigen Produktion zwischen TURBONEGRO und Skatevideo auf die Couch fallen lassen. Hier lässt es sich aushalten, auch wenn BLOODLIGHTS eher am eingeschlafenen Tanzbein als an der Dringlichkeit des nordischen Benziner-Rock ansetzen.
Die zehn Songs wirken beim Ersteindruck vielleicht kurzweilig, schlagen mögliche minderqualitative Neider aber mit typischen Hooklines und der geheimnisvollen Schwere ihres Gesamtsounds in die Flucht. Unterm Strich ist "Stand Or Die" somit zwar nicht in der Lage, die heimische (oder gar schwedische) Denim-Bedrohung der "Neuzeit" zu definieren - gefürchtet wurdet sich jedoch auch in jüngerer Vergangenheit schon sehr viel unspektakulärer.

Trackliste:

01. Roll With Me
02. Arms Around It
03. Shit For Gold
04. Sure Shot
05. 10 Times
06. Blackouts And Landmines
07. Stand Or Die
08. Time To Kill
09. I Got Mine
10. Dive Into The Void

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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