Plattenkritik

Blues Pills - Blues Pills

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Release Date: 26.07.2014
Datum Review: 26.07.2014

Blues Pills - Blues Pills

 

BLUES PILLS – Ein Name, der im letzten Jahr so manch einen Freund des gepflegten Retro-Rocks hat mit den Ohren schlackern lassen. Veröffentlichten sie ihre erste EP noch auf dem Untergrundlabel Crusher Records, ist die international aufgestellte Gruppe nun schon seit geraumer Zeit beim Branchenriesen Nuclear Blast anzutreffen. Dieser Tage erscheint nun ihr langersehntes Debüt.

Betrachtet der geneigte Fan die Playlist des ersten BLUES-PILLS -Albums, wird ihm auffallen, dass sieben der zehn Songs so oder in leicht anderer Form bereits schon einmal gehört hat.
So befand sich „Black Smoke“ und „Jupiter“ (welches in seiner ursprünglichen Form „Bliss“ hieß), auf der ersten Demo von 2011. Eben jenes „Bliss“ war zusammen mit „Astralplane“, Little Sun“ und „Devil Man“ auf der „Bliss“-EP und von „Devil Man“ existiert neben dieser Variante und der, die man nun auf dem Album hören kann, noch eine weitere auf der gleichnamigen EP aus dem letzten Jahr.
So bleiben am Ende mit „High Class Woman“, „Ain’t No Change“ und „No Hope Left For Me“ nur drei Lieder die noch auf keiner BLUES-PILLS-Veröffentlichung zu finden waren. Der vorletzte Song „Gipsy“, ein Chubby-Checker-Coversong, wanderte vom Soundcheck der Band vor jedem Konzert bis hin aufs Debütalbum. Wüsste man nicht, dass es sich dabei um Fremdmaterial handelt, würde es nicht auffallen.
Eigentlich gibt es an daran, dass BLUES PILLS ihren Backkatalog noch einmal überholt haben, nichts auszusetzen. Schon allein die klare, weniger nach Garage klingende, Produktion von „Blues Pills“ rechtfertigt dies schon.
„Devil Man“ hat in seiner aktuellen Form wesentlich mehr Drive als bisher, auch wenn der markerschütternde Schrei von Frontfrau Elin am Anfang fehlt. „Astralplane“ mag noch ein wenig spaciger wirken und „Black Smoke“ hat auch in seiner aktuellen Inkarnation nichts von seiner Dynamik eingebüßt. Der Opener „High Class Woman“ geht wie alle Lieder der Band sofort ins Ohr, hat aber genug kleine Details zu bieten, um nach unzähligen Durchläufen noch nicht langweilig zu werden. Ähnlich gestaltet sich dies auch mit „Ain’t No Change“, welches durch interessante Rhythmen zu überzeugen weiß.
Dreh- und Angelpunkt des gesamten Albums ist Frontröhre (ja, in diesem Fall trifft dieser Begriff den Nagel einfach auf den Kopf) Elin Larsson. Ihre kraftvolle Stimme verzaubert einfach und nimmt den Höher komplett ein. Die Instrumentalfraktion steht der Schwedin jedoch in nichts nach. Man beachte, dass die gesamte Gruppe Anfang 20 ist - nicht auszumalen, wie weit sie es mit musikalischen Talent noch bringen können!

Waren vor Jahren GRAVEYARD noch der gefeierte Top-Act in Sachen Retro-Rock, sind BLUES PILLS nun drauf und dran den dürren Skandinaviern ihren Thron streitig zu machen. Was es dazu braucht, sind zehn großartige Lieder und die Perspektive, dass die vier Jungen Musiker mit ihrem Debüt noch lange nicht das Ende der kreativen Fahnenstange erreicht haben.

Tracklist:

1. High Class Woman
2. Ain't No Change
3. Jupiter
4. Black Smoke
5. River
6. No Hope Left For Me
7. Devil Man
8. Astralplane
9. Gypsy
10. Little Sun

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Manuel

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Ich schreibe Artikel. Manchmal schlecht, manchmal gut, immer über seltsame Musik.

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