Plattenkritik

Bob Wayne - Back To The Camper

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Release Date: 25.04.2014
Datum Review: 25.07.2014

Bob Wayne - Back To The Camper

 

BOB WAYNE is back!! Der DIY Country-Punk Veteran hat seine Fans knapp zwei Jahre warten lassen. Doch nun meldet sich der Redneck mit seinen OUTLAW CARNIES zurück und ist so stark wie eh und je.

Sein Team wurde um renommierte Namen wie ELIZABETH COOK oder RED SIMPSON erweitert und mittels Fidel, Mundharmonika, Banjo und Co. begibt man sich „Back To The Camper“. Auf eine lange DIY-Reise, die mal hinter der mexikanischen Grenze ('20 Miles To Juarez') endet, mal im 'Hillbilly Heaven', doch nie im 'Dope Train'. Vor diesem warnen WAYNE und SIMPSON ausdrücklich „[...] Don´t be no rounder, don´t take no uppers or downers, don´t put nothing ion your nose or in your vien or you will end up on the dope train [...]“. Glaubt man nicht, wenn man weiß, dass der ewige Vagabund selber nie ein Kind von Traurigkeit war. Doch gerade dass macht die Songs so authentisch. Klar, man spielt mit Klischees. Nicht nur musikalisch, sondern auch textlich und mit dem Image. Aber: Wenn man sich die Biographie des Künstlers vor Augen hält und auch mal bei YouTube vorbeischaut und nach Konzertmitschnitten sucht, dann findet man ganz schnell heraus: Dieser Mann IST das Klischee. Dies ist kein Fake.

BOB erzählt Geschichten gemäß der Country Tradition, die auch immer einen moralischen Appell enthalten, wie in 'Grannuaile' (der durch seinen 6/8 Takt überzeugt und eher ein Seemans-Lied ist). Sie handeln vom an sich anständigen Kleinkriminellen, der sich der Versuchung nicht widersetzen kann ('I Just Got Out'). Natürlich fehlt die Gott-Thematik auch nicht, hat sie doch im Bible Belt seit jeher eine starke Relevanz und so auch in der Musik ('Revelation'). Immer etwas engstirnig, latent gewalttätig (ohne dazu aufzurufen), nicht besonders nah am Wasser, sondern am Bier gebaut, auf toughe Frauen fixiert und das simple, aber ehrliche Leben des Südens. Südstaaten Folklore, die aber wie bei HANK WILLIAMS III Spaß macht, wobei es hier weniger um kontroverse Themen geht und musikalisch vielseitiger ist, auch wenn Country das Alpha und Omega der musikalischen Ausrichtung ist. Wer aber mal in Nashville war und eine Kneipentour machte, der weiß, dass der Country dort meistens nichts mit dem pseudo-moralischen Weißwasch-Grand-Ole-Opry Sound zu tun hat. Dieser Country ist dreckiger, ehrlicher. Er riecht nach einem harten, aber freien Leben in den Wäldern Tennessees, den Weiten New Mexikos oder den Sümpfen Louisianas.

Diese Platte wird nicht langweilig, dafür passiert musikalisch zu viel im Detail und sind die Texte einfach zu gut. Tanzen, lachen, nachdenken – alles drin.
Der Sound ist im Sinne der alten Tradition gehalten, aber keinesfalls altbacken und hat so viel mehr Dampf, als die über produzierten Kaugummi-Platten, die man derzeit überall um die Ohren gepfeffert bekommt. Einsame Spitze!!

Warum sollte man das mögen? Nun, das erklärt euch BOBY WAYNE in 'Violent Side of Me'. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.

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Linc

Autoren Bio

Singer-Songwriter bei "Linc Van Johnson & The Dusters" (Folk´n´Roll) Singer @ Supercharger (DK) Part of the ALLSCHOOLS family since 2006.

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