Plattenkritik

Bouncing Souls - Comet

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Release Date: 12.06.2012
Datum Review: 22.06.2012

Bouncing Souls - Comet

 

Selbstdiagnose im Hause Attonito: Elf Jahre nach den Sommerferien seines Lebens sucht der freundliche Kinderbuchautor aus New Jersey Rat: Ist er „damn fucking angry“ oder hat er bloß ein ernsthaftes „desire for asparagus“? Dann das Aufatmen: Auch im Jahr fünfundzwanzig nach Stunde null sind er und seine Band wohlauf. Denn geändert hat sich bei den BOUNCING SOULS nichts, was nicht vorher durch eindeutige Symptome auszubremsen gewesen wäre.



„We Love Fun“ sagen „The Pete“ Steinkopf, Bryan Kienlen, Attonito und Drummer Michael McDermott – und sie meinen es auch so. Spürbar. Und hörbar. Auch wenn der Blödelsong im Stile von „Badass“ als beinahe skipwürdig in die Laufbahn von „Comet“ eintritt klingen die Jungs aus Jersey auch zwanzig-zwölf noch frisch und aufbauschend. „Comet“ ist das neunte Studioalbum der BOUNCING SOULS – und sie selbst eine Band, die mittlerweile so ziemlich jedes Hoch und Tief im Musikerkosmos auf die „checked“ Liste setzen kann. Deswegen wartet „Baptized“ auch nur zwanzig banale Sekunden, bis Tanztalent Greg Attonito mit seinem „Yeah“ auch diejenigen zurechtweist, die noch schlaftrunken in der Koje hängen. Typischer kann eine Souls-Platte kaum eine Einleitung finden.
Auch „Fast Times“, eine hochkarätige Ode an die Neuzeit, oder der Titelsong mit über fünf Minuten Spielzeit parken zwischen den Reifeanflügen von „The Gold Record“ und den balladesken Momenten auf „Anchors Aweigh“: „Coin Toss Girl“ atmet gleichmäßig und fröhlich poppige Luft , mit „Infidel“ kehrt reichlich Souls-Schwung in die B-Seite ein, bevor „Ship In A Bottle“ nachdenkliches zum Schluß anschlägt: „With every storm we weather, I would never miss / I won't give up, I won't let go - I'm going down with the ship...“. Das werden die Souls, denn einem Handtuchwurf im Wege stehen mindestens dickste Freundschaften. Zum Beispiel jene mit Bill Stevenson, dem erstmals auch im Produzentensessel statt bloß in der Idol-Galerie ein Plätzchen angeboten wurde. Ob es Stevensons Zurückhaltung oder der Rückkehr zum Ur-Konzept der Souls´schen Songschmiede zu verdanken ist, dass „Comet“ in seinen vierunddreißig Minuten nur wenige Momente allein im Regen steht – diese Frage kann man den BOUCING SOULS gern persönlich stellen. Demnächst. An der Bar.

So schlimm wie Greg Attonito anfangs dachte sind die Dinge also gar nicht. Es scheint einfach die Fasson von ihm und seinen Jungs zu sein, nicht aufzugeben, nicht loszulassen und weiter fleißig am Ball zu bleiben. Und wenn sie eines Tages mitsamt dem Kahn untergehen, dann trägt „Comet“ wenigstens nicht die alleinige Schuld daran.


Trackliste:

01. Baptized
02. Fast Times
03. Static
04. Coin Toss Girl
05. Comet
06. We Love Fun
07. Infidel
08. DFA
09. In Sleep
10. Ship In A Bottle

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.