Plattenkritik

Braid - No Coast

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Release Date: 08.07.2014
Datum Review: 21.06.2014

Braid - No Coast

 

Statt sich oeffentlich mit GUNS N ROSES anzulegen, verkuenden BRAID ihr neues Album zwar auch nach amtlicher Wartezeit - aber eher "spontan" und absehbar. Sechzehn Jahre gehen schon klar, wenn man die HEY MERCEDES-Ausfluege und immerhin ein EP-Release nebst Reunionshows berücksichtigt. "No Coast" will allerdings keinesfalls ein misslungenener Entschuldigungsversuch sein.

Was wurde der Begriff "emo" damals gehandelt! Heute möchte man beinahe darüber lachen und lieber zu den guten Platten von ELLIOTT oder LAST DAYS OF APRIL schwelgen. Da kommen BRAID ins Spiel, die mit ihrem Indierock-Effort in beiden Zeitfenstern zu Hause sind. "Bang" oder "Many Enemies" ueberzeugen nicht zuletzt durch die zarte, dennoch treibende Stimmverbindung von Bob Nanna und Chris Broach. Die Gitarren klingeln mal verschachtelt, dann wieder geradeaus rockig, "East End Hollows" erzaehlt offen von Punkrockshows und Singalongs, schliesslich fuehlen sich BRAID dort heimisch und willkommen.
"Another drink, another lifetime of regrets". Ruehrt da etwa jemand wieder im simmernden Emo-Eintopf herum? Wenn dann mit Stil und Etikette. "Damages!" ist ein schoenes Beispiel fuer die verschmitzte und abstraktere Version von BRAID und ihrem Songwriting, welches sich von SUNNY DAY REAL ESTATE, DAYTRADER oder THE HOLD STEADY die Krawatte binden laesst. Zu "Many Enemies" wird lieber das weisse T-Shirt von gestern uebergestriffen, durchgeschwitzt ist es eh innerhalb der zweieinhalb Minuten voll gelöstem Collegerock.

"No Coast" klagen neben Nanna und Broach auch Drummer Damon Atkinson und Bassist Todd Bell. Dabei bieten die zwölf Songs nicht nur alten Fans ein Plätzchen zum Träumen und Tanzen. Der Titelsong entfaltet sich nach schüchternem Einstieg schnell und klart im Chorus wunderbar auf wie JIMMY EAT WORLD, während die melancholische Kraft transportiert wird wie es vielleicht die ehemaligen Tourkollegen von BURNING AIRLINES taten. BRAID sind erwacht aber nicht zu nervös oder aufdringlich um es sich mit ihrem Vorhaben zu verscherzen. Mit "Doing Yourself In" und "Pre-Evergreen" liefern sie lieber ab, was ihnen seit Mitte der Neunziger am besten steht: Gepflegt gespielten und stets ehrlich verankerten Illinois-Rock mit Herz und "Bang".

Trackliste:

01. Bang
02. East End Hollows
03. No Coast
04. Damages!
05. Many Enemies
06. Pre-Evergreen
07. Put Some Wings On That Kid
08. Lux
09. Doing Yourself In
10. Climber New Entry
11. Light Crisis
12. This Is Not A Revolution

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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