Plattenkritik

Bridge And Tunnel - East/West

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 01.01.2009
Datum Review: 22.03.2009

Bridge And Tunnel - East/West

 

Gainesville ich komm nicht aus dir. In der Tat, das verwundert. Denn jeder schräge Akkord, jede die Welt mit Schaufelradbaggerpranken umarmende Melodie, jeder aufwühlende Song, für den dieses komische Stilmittel namens Refrain gerade NICHT erfunden wurde, behauptet trotzig das Gegenteil.

BRIDGE AND TUNNEL sind im wahren Leben bestimmt total gut miteinander befreundet. Anders mag man sich eine Bandkonstellation dieses Genres gar nicht vorstellen. Gehen gemeinsam ins Kino, empfehlen sich gegenseitig gute Literatur und kochen lecker vegetarisch, wenn sich nicht gemeinsam verschwitzt und glücklich auf einer leidlich kleinen Bühne ihr ebenfalls kleines Leben ausbreiten. Es wird diskutiert, über das Leben philosophiert, so gerade über die Runden gelebt. Jeden Tag auf’s Neue. Am Ende steht immer ein verschachtelter Song. BRIDGE AND TUNNEL sind zu viert. Zwei Männer, zwei Frauen. Aus New York. Den Gesang teilt man(n) respektive frau sich. Das führt in der Konsequenz zu spannend arrangierten Stücken, die (natürlich) das ein oder andere Mal an verspieltere HOT WATER MUSIC erinnern, aber auch an alte CURSIVE. Genügend Drive und gute Ideen inklusive. Speziell die Eröffnungstrias 'Wartime Souvenirs', 'Call To The Comptroller’s Office' und 'Night Owls' (mit erhöhtem Anteil an weiblichem Gesang) stehen knietief in Gainesville’scher Klangtradition. 'Call To The Comptrollers Office' verfügt zudem über dieses besondere, das Melancholieklischee so gerade noch umschiffende Mid Western-Moment. Da dürfen dann auch mal pathostriefende Zeilen wie „hold on to me, if you need it“ mit leidender Inbrunst intoniert werden. Ansonsten herrscht auf "East/West" das obligatorische Spielchen aus Stop & Go, ausbrechenden, sich im nächsten Moment wieder fangenden Gitarren und einer auch mal dezent neben dem Takt spielenden Rhythmussektion vor. Jedes Instrument erhält seinen ihm rechtmäßig zustehenden Raum. Garniert immer wieder mit schlüssigen Instrumentalpassagen und einer Produktion, die Pro Tools mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eher im Hause Tim Taylor verorten würde. Zwar fehlt den vier Freunden aus New York in manchem Moment jene formvollendet-miteißende Fesselfähigkeit (z.B. in 'Rubrics') und der Vierer verfranst sich ein wenig im refrainfreien Songgestrüpp, dieser Umstand wird in Zukunft jedoch mit Aufnahmegerät im Hintergrund noch ausdiskutiert werden. Von denen wird man noch hören. 7,5 Punkte.

Tracklist:

01: Wartime Souvenirs
02: Call To The Comptroller’s Office
03: Night Owls
04: White Collar Crime Scene
05: Rubrics
06: Dear Sir
07: Town Hall Gathering
08: The World Series
09: Grace For These Wayward Hearts
10: Down For My People Like Joe Carroll
11: As Close As I Can

Alte Kommentare

von Raphael 22.03.2009 20:11

Werde mir die Band in Köln und Koblenz geben. Hätte acht Punkte gegeben, allein für den Opener und den letzten Song. Das dazwischen ist teilweise zwar wirklich nicht der ganz große Wurf, jedoch trotzdem geile Platte.

von Sascha // Allschools 23.03.2009 10:36

Richtig geile, typische No Idea Band. 8/10 Punkte!

von golden 23.03.2009 13:32

derb. grosses lob. 2 maedels an bord. kommt echt cool!

Autor

Bild Autor

René

Autoren Bio

There is plenty to criticize.

Suche

Social Media