Plattenkritik

BRING ME THE HORIZON - That's The Spirit

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Info

Release Date: 11.09.2015
Datum Review: 14.09.2015
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

1. Doomed
2. Happy Song
3. Throne
4. True Friends
5. Follow You
6. What You Need
7. Avalanche
8. Run
9. Drown
10. Blasphemy
11. Oh No

Band Mitglieder

 

Oliver Sykes: Gesang
Matthew Nicholls: Schlagzeug
Matt Kean: Bass
Lee Malia: Gitarre
Jordan Fish: Programming and Keys

BRING ME THE HORIZON - That's The Spirit

 

BRING ME THE HORIZON hatten es bei den Kritikern noch nie leicht.

Zu Beginn der Karriere mit dem chaotischen „Count Your Blessings“ als Bubis des Deathcores verschrien, konnte man erst mit dem zweiten, etwas geordneteren Werk „Suicide Season“ etwas an Boden gutmachen. Die Briten hatten eine Formel gefunden Wucht mit Melodie und Hitdichte zu paaren. Diese Kombination zog sich auch durch Album drei und vier „There Is A Hell Believe Me I've Seen It, There Is A Heaven Let's Keep It A Secret“ und „Sempiternal“. Dazu kamen noch opulent symphonische, synthetische Elemente, ab 2013 beigesteuert von Jordan Fish. An den Karren konnte man BRING ME THE HORIZON auf diesen beiden Alben eigentlich nicht fahren. Zwar versuchte sich Oliver Skyes immer mehr an melodischem Gesang, der Härtegrad wurde jedoch nur marginal verringert.
Auf dem fünften Langspieler sieht dies nun ganz anders aus. Zwar haben sich BRING ME THE HORIZON einige Versatzstücke beibehalten, ein großer Bruch ist jedoch deutlich zu erkennen. 

Man muss BRING ME THE HORIZON attestieren, dass sie auf keinen Fall kreativ stehen bleiben, sich immer weiterentwickeln wollen – Ob man diese Veränderung nun begrüßen mag, steht auf einem anderen Blatt. Schon der Eröffnungstrack „Doomed“ stellt den bisherigen Anhänger vor die Entscheidung: Mag man diesen sphärischen Anfang? Benötigt man diese Trance-Beats? Auch wenn sich der Track nach dem ersten Drittel in eine typische BMTH-Nummer verwandelt, ist die Entwicklung klar zu erkennen. Ähnlich verhält es sich mit dem bereits vorab ausgekoppelten „Throne“ oder den arg gefälligen  „Follow You“ und „Avalanche“. BRING ME THE HORIZON gehen konsequent ihren Weg weiter und räumen Melodien und simpleren Strukturen mehr Platz ein. Ob für diese Veränderung nun wirklich die Ergänzung von Fish am Keyboard verantwortlich gemacht werden kann, oder ob sich BRING ME THE HORIZON auch ohne ihn so entwickelt hätten, ist schwer zu sagen.

Mit „Happy Songs“ (trotz gewöhnungsbedürftigem Kinderchor) und „Drown“ schlagen die Briten die Brücke zu den bisherigen Werken. Das Indie-Rock-Stück „What You Need“ fällt genauso aus dem Rahmen wie der abschließende, zugängliche Electro-Pop-Track „Oh No“ – Hier zeigen BRING ME THE HORIZON auf, wohin es vielleicht in Zukunft gehen könnte.

Alles in allem behält man sich auf dem gesamten Album die Hitdichte bei, durch die man sich bislang schon ausgezeichnet hatte. Vielleicht erscheint dies ab und an etwas gezwungen („True Friends“), manchmal geht die Formel nur teilweise auf („Blasphemy“), man kann von „That’s The Spirit“ jedoch gut Parallelen zu „There Is A Hell Believe Me I've Seen It, There Is A Heaven Let's Keep It A Secret“ ziehen. Auch hier veränderten BRING ME THE HORIZON ihr Soundbild merklich, waren noch auf der Suche nach der finalen Version. Diese fand man dann Jahre später mit „Sempiternal“.

Ob man BRING ME THE HORIZON auf „That’s The Spirit“ gut finden, oder ihnen einen Linkin-Park-isierung vorwerfen mag, wird den fünf Musikern ziemlich egal sein. Sie hätten auch ganz locker eine Scheibe im Fahrwasser von „Sempiternal“ schreiben können. Sie entschieden sich jedoch den schwierigeren Weg zu gehen, einen Teil des Kernpublikums zu verschrecken und massenkompatibleren Elementen Platz zu machen – Wer hier jedoch von „Pop“ spricht, hat seit Jahren keinen Dudelfunk gehört und tut dies nur um die Band zu verunglimpfen, davon sind BRING ME THE HORIZON auch 2015 noch etwas entfernt. Wohin es BRING ME THE HORIZON in Zukunft verschlagen wird, ist von hier aus schwer zu sagen. Sie werden sicher nicht wieder in Richtung Deathcore abtauchen, alle anderen Richtung stehen Oli Skyes und seinen Mannen jedoch offen.

Autor

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Manuel

Autoren Bio

Ich schreibe Artikel. Manchmal schlecht, manchmal gut, immer über seltsame Musik.

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