Plattenkritik

Bring The Mourning On - Going Going Gone

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Release Date: 28.10.2011
Datum Review: 06.11.2011

Bring The Mourning On - Going Going Gone

 

Es wird Zeit für den Herbst. Für düster, noch bunt, nebulös und wieder Zeit für gepflegtes und vor allem gerechtfertigtes Cocooning. Hier ist der Soundtrack für die Sonntage, an denen man sich genüsslich stundenlang durch die Kissen und Decken wühlen und den ganzen Tag mit frühstücken verplempern kann, während draußen die Herbstsonne die Luft durch die Blätter bunt färbt oder eben noch der Nebel zwischen den Häusern entlangwabert.

BRING THE MOURNING ON aus Schweden haben diese Zeiten vermutlich zu genüge studiert. Schweden bietet sich dafür ja auch ganz wunderbar an. So klingen sie auf ihrem Debut soundvoluminös, mit vollen Stimmen und voller Instrumentalisierung. Ein gemächliches Tempo wird an den (Sonn-)Tag gelegt, was aber nicht heißt, dass man gleich in traniges Gedudel verfällt oder gar unspannend und einschläfernd klingt. "Let The Battle Beginn" ist die Kampfansage, die schon am frühen Morgen fallen kann und muss. "Rise Till Summer" offeriert aber zu diesem Zeitpunkt auch die Zeitspanne, die einem dazu noch bleibt. Man fühlt sich stimmlich etwas an TRACY CHAPMAN erinnert. Voll, kehlig, tief, sowohl die Herren- als auch die Damenstimmen. Dazu- wie KANTE schon sangen-: Gitarre, Bass, Schlagzeug, Klavier. Reicht, Punkt, Schluss, Aus, Ende. Popmusik at it´s best. Vielleicht ein wenig Countryangehaucht.

Die Abwesenheit computergenerierter Musik strahlt Wärme aus. Es klingt erdig, geerdet, beruhigend, ruhig. Hat man für so etwas heutzutage eigentlich noch die Aufmerksamkeitsspanne? Das wird schwer. Doch BRING THE MOURNING ON machen es einem leicht. Gerne streut man hier und dort, Streicher oder ruhige Blechbläsersätze ein, was die abschweifenden Gedanken mehr als einmal zurück zu dem holt, wohin sie eigentlich gehören: In den Moment, die Musik, das Weiche und das Warme. "I Flunked My Math" bekommt da direkt etwas lebhaftes. Schwung und auch hier Echtheit, nichts übergemastert. Es klingt original.

Man könnte den Sound als billig und unerfahren abtun, doch der geübte Hörer erlauscht hier das, wonach eigentlich alle Musik klingen sollte: Instrumente und Gesang in Reinform und nicht mehr oder weniger als die Summe eben genau dieser einzelnen Teile. Und man beginnt mit den eigenen Gedanken in den Tag zu schmusen.

Tracklist:
1. Let The Battle Beginn
2. 42
3. Rise Till Summer
4. I Flunked My Math
5. Gone, Gone, Gone
6. Some Things Schouldn´t Be Said
7. Changes
8. Paul Jensen Blues
9. Host Of My Summer
10. Eye Of The Beholder

Autor

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Jule

Autoren Bio

wäre gern teil einer postfeministischen emopunkband/ verbalprimatin/ kuchenveganerin/ ich kann mir keine songtitel merken, selbst die meiner lieblingssongs vergesse ich.../ ich bin nicht betrunken, ich bin immer so/ fraujule.blogspot.de

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