Plattenkritik

Brothers Of Brazil - Brothers Of Brazil

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Release Date: 29.07.2011
Datum Review: 11.07.2011

Brothers Of Brazil - Brothers Of Brazil

 

What the...? Kaum hat man im Hause SideOneDummy die sommerliche Drogenration entdeckt, wird diese tanzend und quäkend mit Feijoada auf dem Teller und Caipirinha im Glas vernichtet. Dazu läuft dann in den bunten Büros BROTHERS OF BRAZIL. Klingt nach einer erschöpfenden und endlosen Riesenparty? Dann wartet erstmal den Soundtrack dazu ab.

Das gleichnamige Album von Joäo und Supla aka BROTHERS OF BRAZIL schafft es nicht, sich durch Namedropping und Stilgrenzen verharmlosen zu lassen. Diese beiden (positiv) kranken Copacabana-Punks werfen alles von Samba, Rock, Jazz über Funk, Bossa Nova bis hin zu Punk, Reggae und R´n´B in eine lodernde Feuertonne am Strand und machen sich über nicht anderes Gedanken als Sonnenschein und Feierlaune. Wo „Samba Around The Clock“ noch wie eine verspaßte Sambasause ums Eck flötet, erzählt „Punch You“ eher poppig-frech südamerikanisches Flair. „I Love The French“ spielt quirlig gegen das legere „I Hate The Beatles“ und gewinnt die Songtitel-Oskars gleich mit. Was den Mitteleuropäer eher auf der Unterhaltungswelle treffen dürfte, gleicht in der Heimat der beiden BROTHERS OF BRAZIL schon beinahe einem Kult, der der eigenen TV-Sendung entstammt und bereits Produzentenluft aus dem BEASTIE BOYS-Lager schnuppern durfte. „Take The Money And Run Away To Rio“, „Paparazzi“ oder „Vanity Funk“ schmiegen sich aber auch unserem (mäßigen) Sommer und machen sich sicher gut auf der Open Air Bühne der Warped Tour oder dem gemütlichen Wochenend-Grillfest.
Mit einem Sinn für experimentelle und ausufernde Musik mit südamerikanischen Einflüssen ausgestattet, lohnt sich hier der volle Körpereinsatz, Genießern der „regulären“ SideOneDummy- aka. E-Gitarrenschiene sei zur wachsamen Vorsicht geraten: BROTHERS OF BRAZIL ist mitunter höchst ansteckend, dennoch handwerklich toll und mit Rhythmen versehen, die so in unseren Breitengeraden seltenst auf Nachahmung treffen. Prallen so sympathische Songs wie etwa „Stay Tranquilo“ dann auf diese unterschwellige Ader aus Humor und Einfachheit, bleiben einem bei den ersten Hörversuchen die Worte im Halse stecken.
Das Duo aus Rio / Sao Paulo meint es Ernst. Auch, wenn es doch oft nur nach der Riesenparty klingt. Prädikat: Speziell.

Tracklist:

1. Samba Around The Clock
2. Punch You
3. Paparazzi
4. I Love The French
5. My Balloon
6. Vanity Funk
7. Blinded By Fashion
8. Carnival Wax
9. I Hate The Beatles
10. Impostor
11. Mulher Americana
12. Take The Money And Run Away To Rio
13. Stay Tranquilo
14. Sweet Irina
15. So Pretty
16. Brothers Of Brazil

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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